György, Josef: Die Goethe-Sammlung Balthasar Elischers in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (A MTAK kiadványai 39. Budapest, 1963)

sehen Verzeichnisses ein kleiner deutscher Katolog gedruckt, der nur über die im Goethe-Zimmer ausgestellten Stücke Aufschluss gab 8 4. Die Sammlung enthielt, wie wir bereits andeuteten, Bücher, Handschriften, Bil­der, Denkmünzen und Musikalien und umfasste ungefähr 4100 Einheiten. Die wert­vollsten Stücke der reichhaltigen Bibliothek waren die Erstausgaben und die Einzel­ausgaben, deren Zahl insgesamt 135 betrug. Die Anthologien, Übersetzungen, Prachtausgaben und illustrierten Werke, die Briefausgaben und die auf Goethe bezügliche Literatur, sowie die Rezensionen machten in Summe circa 2500 Einheiten, also mehr als die Hälfte der ganzen Sammlung, aus. Die Zahl der Goethe-Autographen betrug 33, von der Hand der Zeitgenossen rührten 144 Manuskripte her. Von einzelnen Reliquien und Erinnerungsstücken lässt sich nachträglich nicht mehr feststellen, ob sie ursprünglich zur Sammlung Balthasar Elischers oder aber zu der von Julius Elischer gehörten. Infolge unserer beschränkten Möglichkeiten können wir von der Sammlung keine, sich auf alle Einzelheiten erstreckende Beschreibung bieten. Über die Sammlung in ihrer Gänze wird der in Vorbereitung befindliche neue Katalog orientieren; hier müssen wir uns darauf beschränken, einige charakteristische Stücke vorzuführen, die wie der Tropfen das Meer, die ganze Sammlung kennzeichnen, oder die, ihres Inhalts zufolge, für die Goethe-Philologie auch heute noch von Interesse sein können. Von der Sammlung und dem Sammler ist schon mehrmals gehandelt worden 8 5, auch über die Handschriften, die Elischer nicht veröffentlicht hatte, erschien eine ausführliche Publikation 8 6. Der Charakter der Sammlung spiegelt sich, unserer Meinung nach, am besten in ihrem Bestand an Handschriften wieder. Die 33 Goethe-Handschriften sind teils ganz von der Hand des Dichters, teils sind sie nur mit eigenhändiger Unterschrift versehen. Sie sind verschiedensten Inhalts und stammen aus den verschiedensten Zeiten. Es finden sich darunter eine einfache Einladung (33) 8 7 an Professor Riemer und Frau, ein Bestellungszettel für den Bedienten (16), der auch darum bemerkenswert ist, weil er mit einer Aufzeichnung von Goethes Enkel Walther versehen ist, ein Leihzettel der Universitätsbibliothek Jena (11) 8 8, ein Briefumschlag an Dr. Bothe in Mannheim (17); weiters verschiedene Bestellungen, Konzepte, eine Instruktion für den Gärtner, der unter der Leitung von Hofrat Prof. D. Voigt künftig auch den Jenaer grossherzoglichen botanischen Garten zu besorgen hatte (9). Ausser den nichtigen Kleinigkeiten des Alltags finden sich hier aber auch Aktenstücke, Gedichte, wissen­schaftliche Konzepte und Briefe an bedeutende Persönlichkeiten; Goethes eigenhän­84 Goethe-Zimmer der Ung. Akademie der Wissenschaften. Kleiner Katalog der Elischer'­schen Goethe-Sammlung. Auf Grundlage des von August Heller zusammengestellten grossen Ka­talogs. Herausgegeben von der Ung. Akad. d. Wiss. Budapest 1929. 85 Dr. Adolf Kohut: Die Goethe-Sammlung in Budapest. Zeitschrift für Bücherfreunde. Jahrg. 7. 1903/4. S. 377—382. — Kutasi Elemér: Das Goethe-Museum in Budapest. Jung-Ungarn. Bd. I. 1911. S. 1216—27. — Abendblatt des Pester Lloyd 1895. N0. 120, 128, 129, 163. — Neues Wiener Tagblatt. Besuch bei Goethe. 1928. Jahrg. 62. N0. 127. 86 Theodor, Thienemann : Briefe aus der Goethe-Zeit. Ungarische Rundschau. Jahrg. II. 1913. S. 823—858. (Mit zahlreichen Literaturangaben.) 87 Die in Klammer angeführten Zahlen bezeichnen die Signaturen in Hellers ausführlichem Katalog. a) Goethe-Handschriften, von 1 bis 34. b) Handschriften von Zeitgenossen, von 1 fortlaufend numeriert bis 144. 88 Goethe entlieh das Werk von Joachim Jung (Jungius): Praecipuae opiniones physicae. Hamburg 1679. Bezeichnend ist die Genauigkeit, mit der Goethe, der oberste Leiter der Biblio­thek, bei der Ausleihe vorging. 24

Next

/
Thumbnails
Contents