Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

In der von Kinga Éry verfassten Monografie mit dem Titel „An­thropologische Funde in der Königsbasilika von Székesfehérvár 1848- 2002“, die als Standardwerk angesehen wird, spielen neben den Untersuchungen der Arbeitsgruppe der Anthropologen auch die Un­tersuchungen der verbundenen Wissenschaften wie Zahnmedizin, Radiologie, Untersuchung der Spurenelemente, Untersuchung der Blutgruppe RHO und der Rhesusfaktor-D-Antigene, die DNA-Un­­tersuchung von Mycobacterium leprae und Tuberkelbazillus sowie die nichtmetrische Analyse der Schädelfunde eine Rolle. Es wurden Proben von einem der Oberarmknochen des Skeletts Nr. II/52_3 entnommen und zu genetischen Untersuchungen nach Deutschland geschickt. Der Versuch war jedoch nicht erfolgreich. Das Buch von Éry enthält auch eine unglaublich große Menge an anthropologischen Messdaten, die in Tabellenform 291 Seiten fül­len (Éry 2008). Wir möchten die im Buch beschriebenen wertvollen Feststellungen natürlich nicht darlegen, gehen aber doch auf zwei lehrreiche Details ein. 1 ) Symbolische Trepanation des Schädels von Béla III. Éry und ihre Arbeitsgruppe fanden an der Schädeldecke von Béla III. bei der Überschneidung der Kranznaht und der Pfeilnaht im Be­reich der verknöcherten großen Fontanelle einen kreisförmigen feh­lenden Knochenteil mit einem Durchmesser von 9x9 mm und einer Tiefe von 2 mm, die in der inneren Oberfläche des Schädels keine Spur hinterließ und man für eine künstliche, eine sog. symbolische Trepanation hielt (das Bild ist in der Monografie von Éry zu finden). Der Eingriff erfolgte zu Lebzeiten des Königs, im Erwachsenenalter, 91

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