Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten
ten, kreisförmigen Bereich, den wir später als symbolische Trepanation identifizierten. Sie dachten, dass die Veränderung durch einen Hauttumor verursacht worden sein kann. Der anthropologische Durchschnittswert des Lebensalters der Anna von Antiochia lag bei 35 Jahren, bei ihren Knochen stellte man Kalkarmut und eine ausgesprochene Osteoporose fest, was man mit ihren sieben Geburten in Verbindung brachte. Aufgrund der Röntgenbilder bestand auch die Möglichkeit einer Rachitis, was jedoch mit paläopathologischen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden konnte. Zum vierten Mal wurden die in der Unterkirche der Matthiaskirche gehüteten Knochenfunde von der Königsgrab-Kommission untersucht, nachdem der Sarkophag am 13. November 1984 mit Erlaubnis des Kanonikers Protonotar Dr. János Fábián geöffnet wurde und die dort gehüteten anthropologischen Funde für weitere Verfahren ins Ungarische Nationalmuseum gebracht wurden. Das Königsgrab-Kommission beschreibt in ihrer am 16.April 1986 datierten Arbeit mit dem Titel „Protokoll über die Entnahme und Wiederbestattung der aus der Königsbasilika von Székesfehérvár stammenden und in der Unterkirche der Liebfrauenkirche in der Burg von Buda sekundär beigesetzten anthropologischen Funde“, dass die Öffnung der vier in das Ungarische Nationalmuseum gebrachten Kupferkisten am 17. Dezember 1984 im Beisein des Direktors der Königsgrab-Kommission Dr. Ferenc Fülep und seines Sekretärs Dr. Alán Kralovánszky er folgte (Bild 3). Sie stellten fest, dass in der mit einem gleichschenkligen Kreuz verzierten ersten Kupferkiste das 1848 unmittelbar neben dem Grab von König Béla III. und Königin Anna entdeckte und 1862 in die Matthiaskirche überführte, doch da bereits ohne Schädel und Unterkiefer früher begrabene Skelett sowie die gleichzeitig offenge83