Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

Érdys Funde wurde 1862 in zwei Zinkkisten in die Matthiaskirche transportiert. Die zwei Kisten wurden 1883 zuerst in das Anthro­pologische Institut der Eötvös-Loránd Universität in Budapest ge­bracht und der Beschreibung zufolge daraus außer den Knochen des Königspaares die Überreste des Fötus und die Überreste eines nicht vollständigen Skeletts entnommen. Danach legte man die Knochen in ihre Sarkophage in der Unterkirche in der Matthiaskirche. Neben den Ausgrabungen von János Érdy in 1848 gelangten weitere Skelette der Ausgrabungen von Imre Henszlmann in 1862 und 1874 in Kup­ferkisten in der Unterkirche. Das bedeutet, dass es sich um Skelette fast vom gesamten Areal der Kirche handelt. Die Funde der Ausgra­bungen von Érdy und Henszlmann konnten während der Aufarbei­tungen nicht vermischt werden, da die Funde von 1848 noch vor den Grabungen von Imre Henszlmann in die Matthiaskirche gelangten (10. Juli 1862 bzw. 15. September bis 12. November 1862). Die dem folgenden Ereignisse fasste Biczö so zusammen: Henszlmann nahm von seinen Ausgrabungen in 1862 und 1874 nur die von ihm für wichtig erachteten (Königs-) Skelette auf und übergab sie der Stadt (Biczö 2016). Die Skelette wollte Aurél Török 1893 untersuchen, da er vermutete, dass das im 4. Grab gefundene weibliche Skelett und der Fötus der Enkel von Béla III. sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt gingen allerdings Teile der Funde verloren und wurden vermischt. Von den Skeletten der Unterkirche sind trotz der oben genannten Verluste einige Skelette erhalten geblieben. Die ärztliche Beschau von 1862 in Székesfehérvár untersuchte drei im Südschiff nebeneinander begrabene Skelette. In dem einem Grab lag ein weibliches Skelett, das von den Székesfehérvárer Ärzten auf mindestens 50 Jahre geschätzt wurde (spätere Kennzeichnung: 11/109). Aufgrund der Tiefe des 77

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