Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

Der Eintrag im Protokoll der Ratssitzung vom 14. Dezember be­richtet vom Auffindung weiterer Gräber ohne Beigaben, davon, dass man die Funde in das Ungarische Nationalmuseum bringen wird und das die Kosten vom ungarischen Staat übernommen werden (Stadtarchiv Székesfehérvár, Protokoll der Ratssitzung 1848/4619). Die öffentliche Ausstellung der Königsgräber wurde von den Be­wohnern der Stadt wie auch der Umgebung mit großem Interesse verfolgt. Die Entdeckung der Königsgräber wurde zur landesweiten Sensation und inspirierte den Poeten János Garay (1812-1853) zum Gedicht Stimme aus dem Grab zu den Lebenden, dessen 10. Strophe von Zsófia Demeter vorgetragen wird (Demeter 1999). Aus diesem Gedicht zitieren wir die erste, zweite und zehnte Strophe (in einfa­cher Übersetzung) In Székesfehérvár sind die Menschen mit Spaten unterwegs und graben, Zum Vorschein kommen Gräber aus uralten Zeiten - Aus den Gräbern steigen Könige, Ahnenväter, Die dort seit langem den Totentraum träumen. Noch nicht einmal der Platz war über viele Jahrhun­derte bekannt. Der Platz der Gräber, die die Asche unserer Könige bedecken; Und jetzt, oh Wunder! öffnet sich die Erde von allein, Und entlässt aus seinem moosigen Grab einzelne Arpadenkönige! 68

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