Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

2. KAPITEL – Historischer Hintergrund

2. KAPITEL MIKLÓS KÄSLER, GYÖRGY SZABADOS (UNTER MITWIRKUNG VON BERNADETT SELLYEY UND MARGIT FÖLDESI) HISTORISCHER HINTERGRUND 1. Vom Turul-Stamm zur Nation der heiligen Könige Die in den viereinhalb Jahrhunderten zwischen der Mitte des 9. Jahr­hunderts und 1301 herrschende Dynastie spielte im mittelalterlichen Europa eine große Rolle: sie gab der Geschichte mehrere talentierte Großfürsten und Könige wie auch überaus viele Heilige. Die Mit­glieder dieses Stammes hielten sich für Nachkommen des Hunnen­königs Attila (434-453). Von den Bezeichnungen des Herrscherge­schlechts kann man in Bezug auf die frühesten Zeiten bei Chronist Simon Kézai (um 1285) den Ausdruck „Turul-Stamm“ lesen, was auf den falkenähnlichen Vogel verweist, der aus den früheren Chroni­ken bekannt ist und der der Legende nach der Mutter des noch zu gebärenden Álmos seine Berufung zu Höherem übermittelte. Aller­dings verwendeten ihre Nachkommen ab dem 13. Jahrhundert diese Bezeichnung nicht mehr, denn nach der Heiligsprechung von König 39

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