Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

7. KAPITEL – Genetische Untersuchungen

jedoch nicht unbedingt so, da die Länge der einzelnen Allele (die Anzahl der Wiederholungen) dem Einfluss vererbungsunabhängiger Faktoren unterliegen kann, ein Umstand, der zu falschen Resultaten führen kann. Der Fachliteratur zufolge liegt die Mutationsrate unter 0,1 %. Auf 1000 Vater-Sohn-Transmissionen entfällt eine nicht korrigierte Mutation (Weber-Wong 1993; Sajantila et al. 1999). Sajantila un­tersuchte 29.640 Transmissionen von Vater-Sohn-Allelen und fand 18 A-STR-Mutationen. Zahlreiche Studien prüften die Mutationen der 13 STR-Kernmarker. Bei 1000 Allelen-Transmissionen kommt es normalerweise zu 1-5 Mutationen. Eine höhere Marker-Muta­tionsrate führt häufiger zur Verkürzung oder Verlängerung von Allelen, mit anderen Worten, zur Veränderung der identischen Wiederholungseinheiten. Die niedrigste Marker-Mutationsrate kommt bei folgenden A-STR-Markern vor: CSF1PO, TH01, TPOX, D5S818, D8S1197. Die höchste Mutationsrate weisen D21S11, FGA, D7S818, D16S539 und D18S51 (Butler 2005, Tabelle 6.3. und Anhang I) auf. Mögliche Artefakte der A-STR-Markeruntersuchung Bei der Amplifikation der A-STR-Marker können zahlreiche feh­lerhafte Artefakte entstehen, die die Analyse der aus der jeweiligen DNA-Matrize stammenden Allel-Genotypen stören können. Vor­rangig gilt es, das sogenannte Dreibandenmuster, das Phänomen des „Stotterns“ und die außerhalb normaler Allel-Längen liegenden Spitzen (peaks) zu erkennen, weshalb wir uns mit den genannten Aspekten ausführlicher beschäftigen werden, da sie im Elektrophe- 133

Next

/
Thumbnails
Contents