Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

7. KAPITEL – Genetische Untersuchungen

2. Wissenschaftliche Vorgeschichte der STR-Markertests Mit STR (Short Tandem Repeat) werden wiederholte Sequenzen (Mikrosatelliten) bezeichnet, die in großer Anzahl im Genom vorkom­men. Die wiederholten Sequenzen werden aus DNA-Basenpaaren ge­bildet und die einzelnen Marker unterscheiden sich darin voneinan­der, aus wie vielen wiederholten DNA-Basen sie bestehen. Die zwei Haupttypen der STR-Marker sind autosomale Marker und y-chro­­mosomale Marker. Autosomale STR-Marker (A-STR-Marker). Jeder A-STR-Marker enthält eine aus vier DNA-Basen bestehende väterliche und eine müt­terliche Sequenzreihe (Allel), deren Längen voneinander abweichen können. Da die Nachkommen sowohl die mütterlichen als auch die väterlichen Allele oft nur mit sehr geringer Abweichung erben, sind sie imstande, Verwandtschaftsbeziehungen aufzudecken. Bild 28 zeigt die chromosomalen Lokalisierungen der A-STR-Marker und einen potenziellen Erbgang des D13S317-Markers. Auf dem Bild wird je­des Allel von einer Zahl markiert, welche die Zahl der Wiederholung der vier Basen ist. Seit 1995 gibt es im Vereinigten Königreich eine A-STR-DNA-Datenbank 1995, die US-Sicherheitsbehörde (FBI) gründete am 13. Oktober 1998 eine nationale DNA-Datenbank, die Ende 2003 bereits mehr als 1,5 Millionen A-STR DNA-Sequenzen enthielt und Combined DNA Index System (CODIS: kombiniertes DNA-Indexsystem) genannt wird. Dieses System wurde kurze Zeit später von 22 DNA-Laboren übernommen, die von den in Frage kommenden Mikrosatellitensequenzen die 13 A-STR-Sequenzen auswählten, welche in der Alltagspraxis zur individuellen Identifi­zierung ausreichen. Diese sind: D13S317, D21S11, D18S51, TH01, 129

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