Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
4. KAPITEL – Paläopathologische Untersuchungen
Friedhofs miteinander (Janssen et al. 1999). An den Skeletten sämtlicher Bewohner des Klosters, die zwischen ihrem 43. und 75. Lebensjahr verstarben, wurden Anzeichen von DISH (Diffuse idiopathische Skeletthyperostose, Morbus Forestier) nachgewiesen, im Friedhof der Bauern und Händler dagegen wurden kein einziger Forestier-Befund gemacht. Seit den Publikationen der vorstehenden Autoren weisen unsere Kenntnisse im Zusammenhang mit der Pathogenetik von DISH auf die Rolle genetischer Faktoren (z. B. das vermehrte Vorkommen in der Familie Medici) sowie umweltbedingter Ernährungsfaktoren (Fornaciari-Giuffra 1913) hin. Gleichwohl sind unsere Kenntnisse zu Morbus Forestier weiterhin begrenzt. Bestimmte pathogenetische Erkenntnisse übernahmen wir von analogen Entitäten, wie etwa das Ligamentum longitudinale posterior (OPLL) (Mader et al. 2017). Nach der Grundkonzeption ist die übermäßige Produktion von Wachstumsfaktoren wie Insulin, insulinartigem Wachstumsfaktor 1, transformierendem Wachstumsfaktor ß 1, Wachstumsfaktor aus Thrombozyten (PDGF), Prostaglandin E1/E2 und Endothelin 1 die Ursache für die Krankheit, welche die Transformation mesenchymaler Zellen zu Fibroblaste und Osteoblasten herbeiführen kann. Anderseits könnten auch das Knochenwachstum fördernde Peptide, wie das Matrix-Gia-Protein, das knochenmorphogenische Protein-2 oder die Blockierung von Dickkopf-1 berücksichtigt werden. Jüngst wiesen Nakajima und Kollegen im Rahmen ihrer Untersuchungen bezüglich OPLL die mögliche Rolle der ausdrücklichen Verminderung der Genfunktion von Spondin 2 (RSPO2) nach (Nakajima et al. 2016). Überdies reguliert das RSPO2-Gen (ein Mitglied der RSPO-Genfamilie) die Genfunktion des ß-Catenins. Bei Patienten no