Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

ZUSAMMENFASSUNG: Die früher innerhalb der Mauern der Königsbasilika von Székesfehérvár erschlossenen Grabstätten, von denen man dachte, dass sie aus der Arpadenzeit stammen, konnten nachträglich schwer lokalisiert werden, und auch die individuelle Identifizierung der darin liegenden Skelette erwies sich als schwierig. Die aus den Gräbern entnommenen Skelet­te beispielsweise gelangten nach sechs separaten anthropologi­schen Untersuchungen an ihre letzte Ruhestätte, in zwei Sarko­phage der Matthiaskirche. Es stellte auch ein Problem dar, dass bei den einander folgenden anthropologischen Untersuchungen die Ergebnisse nicht mit früheren Daten abgeglichen worden wa­ren. Indem wir mit der früheren Praxis brachen, erfassten wir die zu unterschiedlichen Zeitpunkten angegebenen Lebensalter aller von uns untersuchten Skelette in einer Tabelle, um die Ge­nauigkeit der anthropologischen Altersbestimmung überprüfen zu können. In zwei Fällen konnten wir auch feststellen, dass die Altersbestimmung eine viel größere Streuung aufwies, als durch­schnittlich angenommen; dies erklärten wir mit einer schweren postmortalen Beschädigung der Knochenstruktur. Die Skelette von Béla III. und seiner Gattin Anna von Antiochia kamen aus dem einzig unberührten Grab und ihre Identität wird bis heute von der Wissenschaft akzeptiert. Die mit einem ganzheitlichen fachlichen Konsens angenommene Bestimmung des Königs­paares wurde jedoch in jüngster Vergangenheit durch den His­toriker Endre Tóth verworfen, da er die im Sarg gefundenen Ge­genstände als zu altertümlich für die Epoche von Béla III. hielt. Indem er einen Gegenstand für ein Pilgerkreuz hielt, betonte er beispielsweise, dass dies nicht zu den Königsinsignien gehörte, 99

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