Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Szőnyi, Eszter: Alchristliche Funde im Xántus János Museum Győr

44 Szőnyi, Eszter ohne Fundzusammenhang, also ohne weiteres Fundma­terial zum Vorschein gekommen sind, können wir bezüglich ihrer Datierung auch heute nicht mehr als Iványi sagen, die diesen Тур auf das 4.-5. Jh. datiert hat. Besagte Öllampe wurde unsrer Meinung nach insbe­sondere aufgrund der im áuBeren Boden eingekratzten Buchstaben in Verbindung mit einem Ritus, vielleicht Gottesdienst oder eher vielleicht zu sepulkralen Zwek­ken verwendet. Obwohl wir die Umstànde seiner Auf­findung nicht kennen, vermutén wir, weil der Gegen­stand ja ursprünglich unbeschádigt war (IVÁNYI, 1935. Taf. XL.8.) daB es sich um eine Grabbeigabe han­deln muB. 2. Zwiebelkopffibel. (Abb. 2.) Inventarnummer: 53.237.186., Fundort: unbekannt. 1953 wahrend der ersten Inventur gelangten wegen des angespannten Arbeitstempos (Zum Geburtstag des Genossen Stalin muBte ailes fertig sein !) viele Stücke in die Kategorie mit unbekanntem Fundort. Aufgrund der Aufzeichnun­gen von Elemér Lovas, die seither aufgefunden wurden, ja sogar mittels Fotós konnte die Herkunft eines Teils dieser Stücke geklart werden. Von den Gegenstanden, die in den früher freigelegten spátrömischen Grabfel­dern Gyors zum Vorschein gekommen waren, fehlen mehrere Zwiebelkopffibeln. Trotzdem wagen wir nicht eindeutig festzustellen, daB es sich im Falle unserer Fibel um Győr als Fundort handelt. Es handelt sich um eine Blechfibel mit Zwiebelkopf aus Bronze vom Тур Keller 5 (KELLER, 1971. 41.) mit Spuren der Vergol­dung. Es fehlen ein Zwiebelkopf-SchluBglied, die Nadel und die Federeinrichtung. Den Ansatz der Zwie­belköpfe und des Bügels zieren Ringe aus kerbverzier­tem Kupferdraht. An den Oberrândern der Nadelhalte­rung befmden sich zwei Reihen gehâmmerte Voluten­verzierungen, auf der Deckplatte im kerbverzierten Rahmen eingestochene Wellenlinienbündel. Auf der AbschluBplatte ist mit Silbertauschierung ein Christo­gramm angebracht, zwischen den Schenkeln des X waagerecht die GroBbuchstaben Alfa und Omega. Die MaBe: Lange: 72 mm, Breite: 40 mm, Höhe: 32 mm. Die gedrungenen Bronzeblechfibeln âhnlich der unseren gelten innerhalb der Provinz und auch in ande­ren Teilen des Reichs als allgemeiner Тур. Zuletzt hat sich Endre Tóth ausführlich mit den Zwiebelkopffibeln beschaftigt (TÓTH, 1994.a. 127-167.), seiner Einord­nung zufolge gehört ВЗа zum sogenannten Тур Ságvár. Auf Győrer Grâberfeldern kam dieser Тур auf Serfőző­domb (KOVRIG, 1934. Taf.XXXIV, SZŐNYI, 1986. 26.) und dem sogenannten Államvasúti temető (Grá­berfeld bei Bahnhof) vor (SZŐNYI, 1979. 14.). Unser Stück wird durch ein Christusmonogramm zur Besonderheit, das jedoch infolge schlechter Restaura­tion lange Zeit nicht zu sehen war und erst in den letz­ten Jahren durch eine erneute Restaurierung sichtbar wurde. Seine genaue Analogie kennen wir nicht (Abb. 3.), am ehesten steht das Stück einem Exemplar aus Neviodunum in dem Artikel von E. Tóth (TÓTH, 1994.a. Abb. 11.) nahe, der darauf eingestochenen Ver­zierung, obwohl auch darauf die Buchstaben Alfa und Omega fehlen. Auf allén anderen von ihm vorgestellten Stücken ist das Christogramm in einer Rahmenverzie­rung auf der AbschluBplatte der Nadelhalterungen vor­handen. Tauschierung als Verzierungstechnik wird von Tóth überhaupt nicht erwáhnt, in alien sonstigen Fallen spricht er von Niello. Wir möchten bemerken, daB die oxidierte Silberintarsiatur auf den ersten Blick sehr leicht mit Niello zu verwechseln ist. Das auf derNadel­halterabschluBplatte abgebildete Staurogramm der im Grab Nr. 42 in Ságvár gefundenen Fibel wurde vom darüber zuerst publizierenden Radnóti als Silberintarsi­atur bestimmt (RADNÓTI, 1939. 158.), Tóth meint, es handele sich um Nielloverzierung. Dieses Christus­monogramm zeigt nicht die gewohnte spatrömische Form der Verbindung der Buchstaben P und X, sondern âhnlich der spater verbreiteten Kreuzdarstellung durch­zieht eine waagerechte Linie den senkrechten Schenkel des P. Als Verzierung werden anstatt der Buchstaben Alfa und Omega zwei kleine Kreuze im oberen Drittel der Darstellung verwendet. Keller datiert die Fibelform auf das letzte Drittel des 4. Jh.s, Buchem (BUCHEM, 1973. 157.) halt ihre Anwendung auch zu einem etwas früheren Zeitraum für möglich (340-400). Radnóti datiert die Fibel aus Grab 42 in Ságvár jedenfalls auf das 4.Jh., jedoch wird er selbst ein wenig unsicher in seinen FuBnoten (RAD­NÓTI, 1939. Noten 52-53.). Mit seiner neuen Typolo­gie, in der er emsig und auf jede Erscheinung achtend vorgeht, die manchmal vielleicht etwas zu sehr aus­führlich ist, kommt Endre Tóth der Problemlösung auch nicht náher, datiert allé Typen zwischen 350 und 380 und halt die Verschiebung der oberen Zeitgrenze auf eine frühere Zeit als möglich. Das alté Dilemma der Forschung ist es zu entschei­den, inwiefern das Erscheinen christlicher Symbole an den Bekleidungsgegenstánden die christliche Überzeu­gung der Eigentümer bedeutet. Natürlich ist es schwer und auch gar nicht vertretbar, wenn wir unsere gegen­wârtigen Auffassungen und Beispiele diesbezüglich aus einem Abstand von fast 2000 Jahren schematisch in jené Zeit projezieren, aber es ist eine allgemeinmensch­liche Eigenschaft, daB es in einer Zeit der Verfolgung oder Zurücksetzung das Gefühl von Sicherheit gibt, wenn man sich als zu einer Gruppé oder Gemeinschaft zugehörig bekennt. Wahrend der Zeit der Christenver­folgungen hatte der Gebrauch von Zeichen, Abzeichen und Symbolen sicherlich religiösen Gehalt. Nach dem Mailánder Edikt aber kann es sich schon um eine Art „Mode" gehandelt habén. Endre Tóth (TÓTH, 1991. 98.) verweist mit Recht auf die ursprünglich profane Verwendung des Christogramms auf militárischen Gegenstanden, Münzen aus der Zeit Constantins, wobei es nicht so sehr die Treue zu Jesus, sondern vielmehr die Treue zu Kaiser und Staat symbolisierte. Das würde auch das Erscheinen synkretistischer (heidnisch -

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