Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Dopsch, Heinz: Zwischen Salzburg, Byzanz und Rom. Zur Missionierung Pannoniens im 9. Jahrhundert

Zwischen Salzburg, Byzanz und Rom 291 beauftragt war, Method zu Zwentibold nach Mâhren zu bringen (MGH Epistolae VII, 285 Nr. 21). Es war wohl einer Intervention des Fürsten Chozil zuzuschreiben, dass Method als „sein" Erzbischof unmittelbar nach der Entlassung aus der Haft wieder nach Mosapurc kam. 211 Annales luvavenses maximi zu 874, MGH SS 30/2, 742 Zl. 3 f.; Auctarium Garstense zu 874, MGH SS 9, 565 Zl. 18; MITTERAUER, Markgrafen, 162 f. Anm. 13; DOPSCH, Karolinger, 189; WOLFRAM, Grenzen, 264; natiirlich ist die Möglichkeit nicht auszuschlieBen, dass Method damais bereits in Mâhren am Hofe Zwentibolds weilte. Die fúr ihn unangenehme Situation in Mâhren spricht aber eher dafur, dass Method erst nach dem Tod Chozils und dem Ende des pannonischen Fürstentums notgedrungen als Erzbischof nach Mâhren wechselte. 212 Chozil wird bei der Kirchweihe zu Pettau 874 als Chozi­vin bzw. zum letzten Mal erwâhnt, allerdings nur als Bauherr der Kirche; zum Zeitpunkt seines Todes vgl. Anm. 138; WOLFRAM, Salzburg, 315 mit Anm. 633.; im gefálschten Diplom Arnolfs von 890 (MGH DA 184 = Salzburger UB II, 56 ff. Nr, 34) wird erwâhnt, dass Pet­tau einem „Karantanen" wegen Hochverrats aberkannt wurde: ...ad Pettoviam aecclesiam cum décima ... et ex parte nostra adedimus terciam partem civitatis, quç pro­prietatis Carantani fuit illique diiudicatum est eo, quia reus maiestatis nostrae criminatus est constare ... Daran kniipft sich die Vermutung, Fiirst Chozil sei wegen seiner Parteinahme fur Erzbischof Method oder wegen eines anderen Konflikts mit dem Ostfrânkischen Reich abge­urteilt und der Herrschaft entsetzt worden. Vgl. dazu PIRCHEGGER, Hans: Karantanien und Unterpannonien zur Karolingerzeit, in: MIÖG 33 (1912) 307 ff.; DER­SELBE: Die Untersteiermark in der Geschichte ihrer Herrschaften und Gülten, Stâdte und Márkte (Buchreihe der Südostdeutschen Historischen Kommission Bd. 10), München 1962, 58 f; dagegen spricht allerdings der Wortlaut des Diploms, in dem König Arnolf von einem Majestàtsverbrechen spricht, das gegen ihn selbst began­gen wurde. Da Arnolf wahrscheinlich erst 876, mit dem Tod König Ludwigs des Deutschen, die Herrschaft in Karantanien und Pannonién übernahm und erst 887 König wurde, lâsst sich die Verurteilung des Karantanen wegen „Majestâtsverbrechens" nur schwer mit den Lebensdaten Chozils in Einklang bringen. Angesichts der spâten Entstehungszeit des Arnolfinums können hier auch spâtere Ereignisse einbezogen worden sein. 213 WOLFRAM, Grenzen, 257 und 266. 214 Annales Fuldenses zu 884, 111 und 112 f; DOPSCH, Arnolf, 169 f.; WOLFRAM, Grenzen, 258 f. und 266. 215 WOLFRAM, Grenzen 259 mit Anm. 274 f. 216 Vgl. Anm. 139; DOPSCH, Arnolf, 171 f. 217 Annales Fuldenes zu 900, 134; GÖCKENJAN, Hans­gerd: Die Landnahme der Ungarn aus der Sicht der zeit­genössischen ostfrânkisch-deutschen Quellén, in: Ural­Altaische Jahrbücher NF 13 (1994) 13; DOPSCH, Arnolf, 179 f. 218 Die neueste Edition des Briefes bietet LOSEK, Conver­sio, 138-156; Zur Echtheitsfrage ebenda 55-87, besonders 86 f; WOLFRAM, Grenzen, 187 und 266 f; DERSELBE, Salzburg, 96 und 295; DOPSCH, Arnolf, 180 f.; gegen die Echtheit des Theotmar-Briefes hat sich vor allém BOSHOF, Egon: Das Schreiben der bayeri­schen Bischöfe an einen Papst Johannes - eine Fal­schung Pilgrims?, in: Papstgeschichte und Landesge­schichte. Festschrift fur Hermann Jakobs (Beihefte zum Archív fúr Kirchengeschichte 39) 1995, 37-67, ausge­sprochen; DERSELBE, Das ostfránkische Reich, 54 ff. und 72-75. 219 Vgl. Anm. 192; Die Vita Methodii с 10 stellt den Sach­verhalt allerdings ganz anders dar: Die Mâhrer hâtten aile deutschen Priester vertrieben und sich von Papst Johannes VIII. Method als Erzbischof und Lehrer erbe­ten. Dieser habe Method nach Mâhren gesandt, wo ihn Fiirst Zwentibold ehrenvoll aufnahm und ihm aile Kir­chen und die Kleriker in allén Burgen iibergab (MMFH II, 153 f; BUJNOCH, Rom, 93 f). Dièse Darstellung steht jedoch in völligem Widerspruch zu den folgenden ausfiihrlichen Berichten der Vita über den latenten Gegensatz zwischen Zwentibold und Method und den stândigen Anfeindungen, denen sich Method in Mâhren ausgesetzt sah. Zwentibold, der Method vielleicht schon 870 an dessen Gegner ausgeliefert hatte, war offenbar im Gegensatz zu seine Onkel Rastizlav von Anfang an ein Gegner Methods, den er höchstens für seine eigenen politischen Ziele benutzte. 220 MGH Epistolae VII, Karolini aevi V, 222 ff. Nr. 255; HERRMANN, Beziehungen, 153 f; vgl. dazu GRIVEC, Konstantin, 113 ff.; DVORNIK, Byzantine Missions, 165. 221 Wâhrend die Vita Methodii с 12 und с. 17 (MMFH II, 157 f. und 161; BUJNOCH, Rom, 95 f. und 98) nur Andeutungen über die stândigen Auseinandersetzungen Methods mit dem lateinischen Klérus macht, geht die Vita démentis с 7 f. ausführlich auf die Intrigen Wichings ein, der sich nach dem Tode Methods des Bischofsamtes in Mâhren bemâchtigte: MMFH II, 218 ff.; BUJNOCH, Rom, 120 ff; vgl. Anm. 11 ; auf das enge Verhâltnis Wichings zu Zwentibold weist die Tatsache hin, dass beide gemeinsam sowohl in den Verbrüde­rungsbüchern von St. Peter in Salzburg und der Reiche­nau als auch im Evangeliar von Cividale eingetragen sind: LUDWIG, Transalpine Beziehungen, 230-235; ALTHOFF, Gerd: Zur Bedeutung der Bündnisse Svato­pluks von Mâhren mit Frankén, in: Symposium Metho­dianum, 13-21; Wiching setzte sich, als durch den 892 ausbrechenden Krieg zwischen Arnolf und Zwentibold seine Position als Bischof von Nitra unhaltbar wurde, zu Arnolf ab und war 893 bis 899 Leiter von dessen Kanz­lei. Es gelang ihm jedoch nicht, sich gegen den Erzkanz­ler, Erbischof Theotmar von Salzburg, durchzusetzen. Kaiser Arnolf setzte zwar 899 Wiching zum Bischof von Passau ein, aber Erzbischof Theotmar lieB Wiching noch kurz vor dem Tod des Kaisers auf einer Provinzialsyno­de absetzen: FLECKENSTEIN, Hofkapelle (wie Anm.

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