Zalai Múzeum 10. 50 éves a Zalaegerszegi Göcseji Múzeum (Zalaegerszeg, 2001)

Horváth, László András: Neue Angaben zum Übergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn

ZALAI MÚZEUM 10 2001 Horváth, László András Neue Angaben zum Übergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn 1991 fand József Rózsa in seinem Weingarten auf dem Lickó-Berg in Lickóvadamos (Kom. Zala, Ungarn) 15 km südwestlich von Zalaegerszeg (Abb. 1, 1) eine kupferne Schaftröhrenaxt. Wir suchten den Fundort im Juni 1994 mit dem Finder auf, wo er die genaue Fund­stelle der Axt zeigte. Sie kam auf dem westlichen Hang des Berges, etwa 10 m von dem, in der Mitte des Berges laufenden Feldweg, in einer Tiefe von 50-60 cm zum Vorschein. Sie war ein Einzelfund, keine weiteren Metallgegenstânde oder Keramikscherben wurden mit ihr zusammen gefunden. Die Feldbegehung auf der obenerwahnten Flàche des Weinberges lieferte in der Umgebung des Fundpunktes zahlreiche kleine Keramik­scherben, die aber in die Römerzeit und in das Mittelalter datiert werden konnten. Spuren von Objekten waren nicht zu beobachten. Der Finder wollte die Axt nicht dem Museum schenken, jedoch gestattete er uns, sie zu publizieren. Die Beschreibung des Gegenstandes Eine gekantete, kupferne Schaftröhrenaxt von lànglicher Form, mit sechseckigem Querschnitt und mit verlangerter bzw. leicht ovaler Röhre, die nachtrâglich beschadigt wurde. Die obère und untere Linie des Axt­körpers ist leicht gebogen. Die Schneide ist halbkreisför­mig gebogen (Abb. 2, la-e). Die Oberflàche ist patiniert und von der Patina beschadigt (Abb. 1, a-b). Der Finder raspelte die Schneide sekundâr ab, er bestielte die Axt und er benutzte sie wahrscheinlich auch als Werkzeug. Lange: 12,8 cm, Gewicht: 428 gr, Höhe der Röhre: 4,1 cm, Breite der Schneide: 4,4 cm. Da dieses Stuck das allererste Exemplar dieses Types in der Sammlung unseres Museums in Zalaegerszeg vertritt, ist es wichtig, sie ausfiihrlich zu behandeln. Bennenung Da wir - wie gesehen - über keinen direkten chronologischen Stiitzpunkt verfiigen, miissen wir unsere Erörterungen auf typologischem Weg durchfiihren. Die Àxte, die als Parallelen unseres Exemplares dienen können, wurden unter verschiedenen Namen zusammengefaBt. In Ungarn beschreibt man sie als Тур von (Duna)kömlőd, im westlichen Teil des ehe­maligen Jugoslawiens (Dalmatien, Nordkroatien, Bosnien, Slawonien) nennt man sie Kozarac-Axt (ZE­RAVICA 1993, 28 ff; NOVOTNÁ 1970, 29-30), im nordöstlichen Karpatenbecken werden sie als Àxte des Stublo-Types erwahnt. 1 Diese Benennungen decken nicht immer einen anderen Untertyp, weil sie auch fiir die Àxte von anderen Gebieten verwendet werden. 2 Die Forscher sind auch in der Bestimmung ihrer Typenbenennung nicht einig. Diese Àxte werden als Schaftlochaxt (MOZSOLICS 1967, 15-17) oder Schaftröhrenaxt (ZERAVICA 1993, 28-32) ebenso wie Schafthalsaxt (HUNDT 1982) genannt. Das fiihrt uns schon zur Frage der Funktion. Funktion Über die Funktion der erwahnten Àxte wurden verschiedene Meinungen geauBert. Wegen der zum Schaft parallel laufenden Schneide konnten diese Gegenstande kaum zur Bodenbearbeitung benutzt werden, so wurden sie vielmehr als Werkzeuge der Bergmanner betrachtet. Eine Besonderheit bedeutet der knopfartige Fortsatz der Axt Nr. 67. im Depot von Grica, der an einen Hammer denken làBt (ZERAVICA 1993, 27). A. Mozsolics reihte die Àxte des Kömlőd­Typs unter den Waff en auf (MOZSOLICS 1967, 15­17). N. Kalicz nannte den Fund von Szihalom Streitaxt (KALICZ 1968, 46). Z. Zeravica vermutete bei den nicht so stark abgenutzten Exemplaren die Waffenfunktion, aber im Falle der Depotfunde schlieBt er auch die Barrenfunktion nicht aus (ZERAVICA 1993, 28). Andere Forscher sind der Meinung, daB diese Àxte sowie als Werkzeuge als auch als Waffen gedient haben konnten (ROSKA 1957, 9; ECSEDY 1983, 84; ECSEDY 1995b, 34). Im Falle der Stiicke des obener­wahnten Depots von Grica, in dem eine gröBere Anzahl von Kupferaxte vorhanden war, wurde angenommen, daB sie allé für den Handel bestimmt bzw. Werttrager waren, also als Tauschartikel gedient haben konnten (ZERAVICA 1993, 28). AuBer dieser primitíven Geldfunktion könnten sie auch die Rolle der

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