Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Ramls, Peter C.: Die hallstatt-/latenezeitliche Siedlungsstruktur in Niederösterreich

Latènezeitliche Siedlungsstruktur in Niederösterreich 55 5. Das Ende der latènezeitlichen Besiedlung in Niederösterreich Südlich der Donau ist in Niederösterreich das Ende der latènezeitlichen Besiedlung, von einem gewissen, natiirlichen Nachleben abgesehen, mit dem Einmarsch der römischen Truppén in der Provinz Noricum 15 v. Chr. als relatív fix anzusehen. Das dritte Ziel dieser Arbeit, die Frage nach dem En­de der Latènezeit nördlich der Donau, ergab sich im Laufe der Arbeit von selbst, als mir eine erstaunliche Koinzidenz zwischen latènezeitlichen und germani­schen Fundstellen in gewissen Gebieten des Weinvier­Pol.Bezirk Gánsemdorf Hollabrunn Horn Komeuburg Krems Mistelbach Waidhofen/Thaya Wien (XXI, XXII) Zwettl Waldviertel (Gesamt) Weinviertel (Gesamt) Tabelle 2: Koinzidenztabelle Anhand der aus den FÖ gewonnenen Daten über die prozentuelle Wahrscheinlichkeit, dali Siedlungen ver­schiedener Zeitepochen an derselben Stelle liegen, kam ich zu dem Ergebnis, dali die durchschnittliche Wahr­scheinlichkeit in einem Bereich von 1-5% liegt. Ein Blick auf die obige Tabelle (Tabelle 2) zeigt, dali die hier aufgelisteten Prozentsátze in einigen Bereichen, vor allém im südöstlichen Weinviertel, weit aulierhalb die­ser Zufallsnorm liegen. Die Spitze des gemeinsamen Auftretens zwischen la­tènezeitlichen und germanischen Siedlungen liegt im Bezirk Gánsemdorf im südlichen Marchfeld, direkt an tels bei der Durchsicht der Fundberichte aus Österreich auffiel. Die Theorien über das Ende der Latènezeit in Nieder­österreich nördlich der Donau werden spekulativ zwi­schen dem Abzug der Boier (um 44/41 v. Chr.) 18 bis zur ersten grölieren Fundkonzentration germanischen Mate­rials Ende des l.Jahrhunderts n.Chr. immer wieder hin und her geschoben. 19 In dieser Arbeit wollte ich versu­chen, anhand einer Koinzidenztabelle zwischen latène­zeitlichen und germanischen Siedlungen in Niederöster­reich nördlich der Donau eine Eingrenzung des Zeitbe­reichs zu erreichen. der Grenze zur Südwestslowakei, und geht in Richtung Norden und Westen deutlich zurück, um im Waldviertel wieder in den Bereich der zufálligen Wahrscheinlichkeit zurückzukehren. Die Südwestslowakei wird, wie aus Ar­beiten von Kölnik bekannt, 20 zwischen 25 und 50 n.Chr. von Germánén besiedelt, und in diesen Zeitraum dürfte auch die Besiedlung des südöstlichen Weinviertels und in weiterer Folge auch der angrenzenden Gebiete durch Germánén oder die Überaahme der neuen Mode durch die zu diesem Zeitpunkt hier noch ansàssige keltische Bevölkerung erfolgt sein. Latènezeitliche und germanische Siedlungen anrselben Ort (in Bezúg zur Gesamtzahl der latènezeitlichen Siedlungen) 54,4% (31 von 57) 11,1% (3 von 27) 4,5% (2 von 44) 37,5% (9 von 24) 0,0% (0 von 17) 10,5% (6 von 57) 0,0% (0 von 2) 0,0% (0 von 2) 0,0% (0 von 1) 3,2% (2 von 63) 29,3% (49 von 167) der Loke tlitaten latènezeitlicher und germanischer Siedlungen (in %)

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