Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Lauermann, Ernst: Bestattungssitten der Hallstattkultur im Weinviertel Niederösterreichs

Bestattungssitten der Hallstattkultur im Weinviertel Niederösterreichs 41 nicht vorliegt, ist es J.-W. Neugebauer gelungen, zwei Gruppén von Bestattungen herauszuarbeiten. 14 Einfache Bestattungen In einer kleinen Grabgrube befindet sich die Urne mit dem Leichenbrand, die meist von einer ungestülpten Schale abgedeckt ist. Beigaben sind aulier Spinnwirteln oder kleinen Bronzeringelchen kaum vorhanden. Reichere Bestattungen Hier konnten quadratische Grabgruben mit etwa 1 m Kantenlange nachgewiesen werden. In einigen Fallen ergaben sich auch Hinweise auf eine Holzverschalung der Grubenwânde bzw. auf eine Abdeckung. Aile Gràber dieser Gattung weisen ein gleichbleibendes Grundinventar auf. Die Urne mit dem Leichenbrand, ein Groligefàft mit Schöpftasse, ein eimerförmiges Gefali mit Deckel und eine Anzahl von Schalen. Metallgegenstànde sind selten, vereinzelt sind Glasperlen vorhanden, Spinnwirtel kommen hàufig vor. In diesem Zusammenhang muli auch ein 1991 ent­1 K. Kromer-Chr. Pescheck, Die hallstattzeitlichen Grab­hügel in Niederösterreich und im Burgenland, Mitt. Anthr. Ges. Wien 87, 1957, 53ff. 1 К. Kaus, Chronologie und Bestattungssitten der Hall­stattkultur in Niederösterreich und im Nordburgenland, ungedr. Diss. Univ. Wien, 1973. 3 J.-W. Neugebauer, Neuere Forschungsergebnisse auf dem Gebiet Hallstattkultur in Nordniederosterreich. Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes 1970­1987, Arch.Alpen Adria Band 1, 1988, 85ff. 4 E. Penninger, Der Dürrnberg bei Hallein I, Münch. Bei­tr. Zur Vor- und Frühge. 16, 1972, 32. 5 R. Meyer-Orlac, Mensch und Tod. Arch. Befund- Gren­zen der Interpredation. Diss. Univ. Heidelberg, 1982. 6 E. Lauermann, Ein Grabhügel der Hallstattkultur, neoli­thische Siedlungsgruben und frühmittelalterliche Kör­pergrâber aus Unterparschenbrunn, Gem. Sierndorf, NO, Arch. Austr. 74, 1990, 33ff. 7 O.H. Frey, Die Entstehung der Situenkunst, Studien Zur figürlichen Toreutik aus Este, Röm. Germ. Forsch. 31, 1969 15. 8 K. Kaus, Anm.2, 335f 9 С Dobiat, Das hallstattzeitliche Graberfeld von decktes Brandschiittungsgrab aus Hollabrunn, ca. 60 km nordwestlich von Wien, genannt werden. 15 Im Zuge ei­ner Rettungsgrabung wurden in einer 2 x 2 m grolien Grabgrube am Südrand drei groJie KegelhalsgefaJie in einer Reihe und in einer zweiten parallel liegenden Rei­he mehrere Schiisseln, Schalen und Topfe entdeckt. In der nórdlichen Halfte des Grabes war der Leichenbrand, stark vermischt mit Asche und Holzkohle verstreut. In der Brandschiittung fanden sich drei Spinnwirtel, ein Bronzering, eine Bronzedrahtwicklung und mehrere Bronzefragmente. Dieses durchaus als reich bezeichnendes Frauengrab kann an den Beginn der Stufe Hallstatt D gestellt wer­den. Zusammenfassend kann gesagt werden, da!5 die Grabforschung der Hallstattkultur bisher durchaus be­achtenswerte Ergebnisse erbracht hat. Allerdings muli auch darauf hingewiesen werden, dali zahlreiche Altma­terialien, wie die Grabung von Grolimugl 1950-1957, das bereits erwâhnte Hohenauergráberfeld, und viele an­dere Funde aus diversen Altgrabungen noch immer in den Depots diverser Museen auf die Wiedererweckung warten. Die Aufarbeitung dieser Altlasten brâchte mit Sicherheit wesentlich neue Ergánzungen zum Grab­brauchtum der Hallstattkultur im Osten Österreichs. Kleinklein und seine Keramik. Schild von Steier, Bei­heftl,47. M. Lochner, Ein Flachgraberfeld der Hallstattkultur in Grafenwörth, pol. Bez. Tulln, NO. Arch. Austr. 72, 1988, 9 Iff. F. Berg, Das Flachgraberfeld der Hallstattkultur von Maiersch. Veröff. d. Österr. Arg. für Ur- und Friihgesch. 4, 1962. J. Bayern, Das prahistorische Gruberfeld bei Statzen­dorf,NÖ. Jb.KK.Zentralkomm.2, 1904. A. Dungel, Die Flachgràber der Hallstattzeit bei Statzendorf in Niederösterreich, MPK 2, 1937. 13 F. Berg, Ein Graberfeld der Hallstattkultur aus Maissau, NÖ, Höbartmuseum und Museumsverein in Horn 1930­1980. Festschrift zur 50 -Jahr-Feier, 1980, 13Iff. 14 J.-W. Neugebauer, Fundber. Österr. 15, 1976, 214 ff. Ders., Ein Hallstatt C-zeitliches Brandgràberfeld in Ho­henau a. d. March, NO. Vorlàufige Ergebnisse 5jahriger Grabungstatigkeit 1970-1974. Erganzungsheft zum Handbuch der MG Hohenau, 1974. 15 E. Lauermann, Ein Brandgrab der Hallstattkultur aus Hollabrunn, NO, Mitt. Anthr. Ges. 123/124, 1994, 64 ff. Anmerkungen:

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