Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Metzner-Nebelsick, Carola: Hallstattzeitliche Zentren in Südostpannonien

18 Metzner-Nebelsick, Carola Trensen und folglich vierfachen Knebel liefera einen Hinweis auf einen von zwei Pferden gezogenen Wagen. Die zylindrischen zweifach durchlochten Bronzeröhren (Abb. 6, 9-10) mögen als Nabenendbeschláge oder Speichenverstarker zu deuten sein. 44 Laut der leider sehr diirftigen Angaben wurde dieser Fund wie auch der so­genannte „Fund B" aus Batina in einem Weinberg zu­sammen mit Urnenbestattungen aufgefunden, des weite­ren sollen noch zwei Helme zu diesen Funden gehört haben. 45 Die Trennung beider Komplexe erscheint will­kiirlich, wâhrend der eine nur die Zaumzeug und Wagenteile enthált, finden sich die Riemenzierate karpatenlándischer und pontisch-kaukasischer Prâgung sowie der zur persönlichen Ausstattung eines Mannes zu zàhlende Schleifstein und das Pferdekopfszepter in dem hier nicht abgebildeten „Fund B". 46 Chronolo­gische Differenzen zwischen beiden Funden bestehen nicht. Nimmt man sie beide zusammen, erinnert dies an das sogenannte Depot von Stillfried, das Margarete Kaus unlàngst als Grabfund interpretiert hat. 47 Wie wir von einem Foto der Ausgrabung von Tumulus 1 in Pécs­Jakabhegy wissen, lagen die Zaumzeugteile und der Dolch auf einem Haufen im Grab. 48 Möglicherweise war dies auch bei den sogenannten Funden „A" und „В" aus Batina der Fall, und es handelte sich lediglich um separate Beigabenhâufchen einer Grabausstattung. Dali beide Helme, die sich bei den Funden „A" und „В" befunden haben sollen, als zugehórig im Sinne eines geschlossenen Fundes zu betrachten sind, ist eher zweifelhaft. Daft jedoch einer von beiden zu dem vermeintlichen Grabensemble gehörte, ist nicht auszuschliefien. Neben dem seit langem bekannten, im Gegensatz zu Amália Mozsolics von Peter Schauer mit guten Argu­menten an das Ende des achten Jahrhunderts datierten ersten Helm, 49 konnte ich aus dem in Wien und Mainz befindlichen Altmaterial aus Batina einen zweiten Helm rekonstruieren. 50 Möglicherweise - und es ist verlok­kend, dies anzunehmen - handelt es sich um den von Imre Frey erwâhnten, jedoch nicht von ihm erworbenen zweiten Helm. Der zweite Helm aus Batina reprásentiert den Тур eines den Schiisselhelmen nahestehenden Komposithelmes mit Punkt-Buckel-verzierter Kalotte und zahlreichen kleinen Nietstiften. Ein im Aufbau ahn­licher, allerdings aus einem Stuck gearbeiteter Helm stammt aus der Oder bei Sczeczin-Zdroje (Stettin-Fin­kenwalde), der wiederum iiber Vergleichsflinde aus Ita­lien eine Datierung innerhalb des achten Jahrhunderts v. Chr. rechtfertigt. 51 Da in dieser Zeit Helme, zumal Komposithelme, nicht mehr zu den Deponaten in Hort­funden zahlen, sind die beiden ungefahr gleich alten Stiicke nahezu sicher Grabbeigaben gewesen. Wenden wir uns nun dem ostlichen Teil des engeren Arbeitsgebietes zu. Auf der von der Donau umschlos­senen Hochflache der Erdutski brijeg hâufen sich ver­schiedene früheisenzeitliche Fundplàtze entlang der Steilabhânge des Uferbereichs. Der wichtigste ist das eponyme Gráberfeld von Dalj Busija im nordlichen Teil des Plateaus. Leider sind auch hier kaum, und wenn nur fragmentarisch zu rekonstruierende Grabensembles er­halten. Zu ihren Beigaben gehoren u. a. die meines Wissens ostlichsten Vertreter komplexer Mehrkopfna­deln, 52 als Indikátorén prunkvoller Grabausstattungen italisch-ostalpiner Prágung. Sie kamen in demselben Weinberg zutage, in dem auch das Grab mit den be­kannten rot engobierten Prunkgefaften gefunden wurde, die noch die Reste von Pech für das Ankleben einer Me­tallfolie aufweisen (Abb. 7, 1-2). Die Tierrhyta (Abb. 7, 3.4) besitzen Parallelen in Kaptol, Tumulus 12, Grab 1 (Abb. 8, 5) und in Hügel 12, ebenfalls Grab 1, von Gorican (Abb. 8, 1^1). Die Hebelgriffschöpfer (Abb. 7, 1-2) haben identische Ge­genstücke im Hügel „Gamulica" bei Martijanec (Abb. 8, 6). 53 Die Verbreitung der groften Rhyta (Abb. 9) streut zwischen Frög im Westen, Dalj im Osten und Vaszar­Pörósrét im Norden. Ebenfalls zu diesem Kreis einer spezifischen Trinksitte möchte ich die meist kleineren, einfacher gestalteten Rhyta záhlen, die im Bereich der lausitzisch gepràgten Kulturgruppen zwischen Nieder­österreich und Böhmen, Schlesien und der Ukraine vor­kommen (Abb. 9; Abb. 10). Daft es sich um eine in der Konzeption gleiche, nur im Detail unterschiedlich ge­staltete Keramikform handelt, verdeutlicht die zum Teil einheitliche Verzierung des geschlossenen Endes. Das Rhyton aus Hügel 13 von Vaszar (Abb. 10, 1) zeigt eine vierfach geschachtelte Stirchzier, die uns in ahnlicher Form auf dem Trinkhorn aus Brno-Holásky in der für Südmahren charakteristischen Art der Bemalung wie­derbegegnet (Abb. 10, 4). 54 Auch das hier nicht abgebil­dete, henkellose Rhyton aus Slatinky-Nivky in Màhren ist àhnlich verziert. 55 Der Henkel mit rudimentâren Hörnchen hatte Biba Terzan veranlaBt, das Exemplar aus Vaszar den grófién Trinkhörnern aus Dalj, Gorican und Kaptol an die Seite zu stellen. 56 In Grab 65 von Pla­tënice in Böhmen war ein henkelloses, unverziertes Rhyton (Abb. 10, 6) mit einem eindeutig theriomorph gestalteten ovalen Gefafi mit zentralem Eingufitrichter, vier Standfüfichen und einem offenen Hals vergesell­schaftet, das in seiner Gestaltung den Tieraskoi aus Grab 54 des Grâberfeldes von Ljubljana SAZU sehr na­he steht. 57 Ohne die eindeutig theriomorphe Komponen­te, allerdings mit Henkel, ist das Exemplar aus Sotin ge­fertigt (Abb. 10, 2). 58 Auch das Trinkhorn aus dem ver­meintlichen Gefaftdepot von Iernut in der Walachei, das in der Art des Dekors eindeutig dem Basarabi-Stil ver­pflichtet ist, besitzt einen Henkel (Abb. 10, 5). 59 Die ge­henkelte Varinate ist ferner in der Slowakei und der Karpato-Ukraine, im Bereich der Vysock-Kultur über­liefert (Abb. 9). Die henkellosen Exemplare mit einem

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