Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)
Eibner, Clemens: Chronologische Fragen der urnenfelderzeitlichen Wehranlage von Stillfried an der March, NO
ZALAI MÚZEUM 5. 1994 Eibner, Clemens: Chronologische Fragen der urnenfelderzeitlichen Wehranlage von Stillfried an der March, NO. Die urnenfelderzeitliche Wehranlage von Stillfried a. d. March gilt mit ihren 23 ha als die gröBte Befestigung der Urzeit in Niederösterreich. Dire Erforschung, die vor fast 120 Jahren durch M. Much einsetzte, wurde 1969 durch alljàhrliche Ausgrabungen unter der Leitung von Herrn Univ. Prof. Dr. Fritz Felgenhauer wiederbelebt, nachdem sowohl vor dem Ersten Weltkrieg als auch sporadisch in der Zwischenzeit archáologische Untersuchungen zugange waren J DaB der prominente Siedlungsplatz, auf dem von der Donauniederung etwas zurückgenommenen ersten höheren LöBspora am Ufer der March gleichsam ein fast lückenloses Kontinuum ab dem Jungpaláolithikum bietet, wenn man den Siedlungsraum ein wenig gröBer faBt, soil hier nicht zur Sprache gebracht werden, vielmehr soil der Blick auf eine innere, bronzezeitliche Gliederung dieses Lebens- und Kulturraums gerichtet werden. Nach einem chalkolithischen Vorspiel, bei dem die unmittelbare Marchniederung mit wohl hochwasserfreien Siedlungen in der Aulandschaft auf den sog. Parzen (Sandparz, Dornparz, etc.) und durch sporadische Anwesenheit im Ringwall 2) eine Rolle spielte, zeichnet sich fur die frühe Bronzezeit eine Siedlungs- und Gráberlandschaft ab, die nun die ersten Höhenabschnitte einbezieht. So ist in Mannersdorf an der March das Gabensystem einer Siedlung 3 und ein gleichzeitiges Gràberfeld in der Flur Auhagen nahe dem Rochusberg nachgewiesen, vorgelagert auch weiter im S ein Gràberfeld im Ortskern von Mannersdorf. 4 Bereits auf Stillfrieder Ortsgebiet — in Kleinstillfried liegt im Bereich der éhem. Ziegelei eine wohl befestigte Siedlung der Frühbronzezeit. In diesem Areal wurden auch Hockergraber geborgen und durch Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes untersucht. 5 Im letzten Jahr konnte unmittelbar unter dem hochmittelalterlichen Hausberg von Stillfried in der Flur Saubergen eine Hockerberstattung der Stufe Bz A2 durch Zufall entdeckt werden. 6 Die in die Mittelbronzezeit hineinreichende VetefovPhase besitzt in Waidendorf auf dem Buhuberg eine isoliert liegende Siedlungsanlage, die man zumindest nach dem Aussehen in die Nàhe der damais üblichen Befestigungswerke zu stellen hat. 7 Vielleicht entpuppt sich auch der Randwall in der Stillfrieder Wehranlage, der vom Hausberg zum östlichen „Römerhügel" und von dort in sanftem Bogén Richtung Grub führt, als zeitgleiche Befestigung. Die Basis dieser künstlichen Wallaufschüttung, die zur Zeit in dem, dem Hauberg benachbarten Grundstück untersucht wird, ist allerdings noch nicht erreicht, doch deuten mittelalterliche und urzeitliche Siedlungsstraten, die an die Innenflanke geführt sind, auf ein entsprechend hohes Alter, und die in den Anfangsjahren der modernen Untersuchung unter der Ágidé von Frau HR Dr. H. Stiglitz aus der Basis des östlichen Römerhügels zutage gebrachte mittelbronzezeitliche Keramik könnte eine solche Vermutung bestatigen. 8 Am FuB des südlich begrenzenden Einschnitts der „Froschau" lag eine Wasserquelle. Rein hügelgráberbronzezeitliches Material ist zwar aus Altbestanden bekannt, aber weder Graberfelder noch Siedlungsstellen sind gut dokumentiert, von sporadisch weiterlebenden Siedlungen und Gráberfeldern abgesehen. So ist in der FluBniederung in Angern wohl ein Siedelplatz vorhanden und das Grab В (nach G. Trnka) aus der Stillfrieder Ziegelei hat deutlich hügelgraberbronzezeitlichen Charakter. Ob das Krüglein mit hufeisenförmig umrieften Buckeln die Stufe Bz С andeutet, ware zu prüfen. 9 Ein Gràberfeld der Stufe Bz D bis wahrscheinl. Ha A (1—2?) ist mehrheitlich dem Kiesabbau am Sandparz in Zwerndorf zum Opfer gefallen. 10 Zwei verschmolzene Schwertbruchstücke und eine Lanzenspitze aus dem Ortsbereich von Mannersdorf an der Mach gelten als Depot und gehören in die Stufe Ha A2, u mögen aber auch wie das Stillfrieder spàturnenfelderzeitliche Depot aus unerkannten Grábern stammen. Noch der Stufe Bz D gehört auch das Rasiermesser aus Stillfried an, das in Zweitverwendung unter den Altbestanden aus einem bàuerlichen Haushalt erworben wurde. n Die dem Ringwall benachbart liegende Bodenschwelle im N im Ortsteil Grub ,,Im Haspel" ergab in der vorgelagerten Niederung ebenfalls Hinweise auf ein Gràberfeld der Stufe Ha A. Siedlungshinweise fur diese frühe Phase sind nur mit Mühe in der Wehranlage auszumachen,