Ljudje ob Muri. Népek a Mura Mentén 2. kötet (Zalaegerszeg, 1998)

Bernhardt Hebert (Graz): (Archäologische) Denkmalpflege entlangder Mur in der Steiermark

VOLKER AD DER MUR 1997 Bernhard HEBERT (ARCHÄOLOGISCHE) DENKMALPFLEGE ENTLANG DER MUR IN DER STEIERMARK Die Mur durchfließt große Teile der Steiermark und bestimmt damit wesentliche Natur­und Kulturlandschaften. In dem Referat sollten einige archäologische und denkmalpflegerische Aktivitäten des Bundesdenkmalamtes aus den letzten Jahre vorgestellt werden, die Objekten gewidmet waren, die in ihrer Lage, Entstehung und Funktion eng mit dem Fluß verbunden sind. Die vorliegende Zusammenfassung beschränkt sich darauf, einige Themen, Objekte und Fundstellen zu nennen, ohne Vollständigkeit hinsichtlich der Denkmale oder der Fachliteratur anzustreben. Vordringliches Ziel der Denkmalpflege ist die Erhaltung der Denkmale, die Bewahrung vor Zerstörung jeder Art. Diese beginnt bei illegalen Raubgrabungen und endet bei - gerade im Zentralraum um die mittlere Mur mit seinem reichen Denkmalbestand ausgesprochen starken ­Nutzungskonflikten durch Verbauung oder Abbautätigkeiten. Von den leidigen und offenbar nicht in den Griff zu bekommenden illegalen Raubgrabungen waren 1997 verstärkt - großteils römerzeitliche - Hügelgräber am Westrand des Grazer Feldes 1 betroffen; diese Gräberfelder im Kaiserwald 2 dokumentieren besonders gut die Besiedlung und agrarische Nutzung entlang des - auch von einer römischen Straße ­erschlossenen rechten Murufers. Leider findet durch Raubgrabungen auch eine laufende kleinweise Zerstörung 3 der durch die ältesten Funde unseres Landes bekannten Höhlen statt, die vor allem im Durchbruchstal der Mur nördlich von Graz zu finden sind. 4 An der Verkehrsader der Mur liegen auch (von Nord nach Süd aufgezählt) die wohl bedeutendsten römerzeitlichen Siedlungen, die Höhensiedlung am Kugelstein in der Gemeinde Frohnleiten, 5 der vicus von Kaisdorf bei Graz 6 und das municipium Flavia Solva. 7 Erstgenannte Siedlung steht seit längerem unter Denkmalschutz, trotzdem kam es 1997 zu ungenehmigten großflächigen Bodeneingriffen, die durch behördliches Einschreiten gestoppt werden mußten und eine umfangreiche Notgrabung verursachten. 8 Bei den beiden anderen Siedlungen gab und gibt es schwerste Nutzungskonflikte durch Beanspruchung archäologischer Fundgebiete für Verbauung und Erschließung: Für Flavia Solva konnte in einem Unterschutzstellungsverfahren mit ungefähr 100 Parteien (!) eine derzeit einigermaßen wirksame Sicherung erzielt werden, für Kaisdorf kam das Verfahren zu spät, sodaß nur mehr zumindest partielle Notgrabungen durchgesetzt werden konnten. Ähnliches gilt von dem als Rückzugssiedlung von Flavia Solva zu betrachtenden, bereits prähistorisch besiedelten Frauenberg bei Leibnitz 10 und dem zugehörigen spätantiken Gräberfeld: Auch hier war kaum mehr möglich, als Notgrabungen zu erzwingen. In vielen Fällen waren zusätzlich Strafanzeigen notwendig, um eine Beachtung des Denkmalschutzes zu erzielen. Für die römische Siedlungsstruktur entlang des steirischen Unterlaufs der Mur sind somit in den letzten Jahrzehnten gravierende Substanzeinbußen zu 111

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