Veszprémi Történelmi Tár 1989. I.

Vita - Makkay János: Pannonia vagy Dácia?

84 VITA sc hung zu tun haben. Außerdem stehen diese „Thesen" im krassen Widerspruch zu den Tatsachen (bes. Punkt 32.). k. Seine deutschsprachigen Zusammen­fassungen weichen in sehr wichtigen Fra gen vom ung. Originaltext ab. Wahr­scheinlich nicht ganz zufällig z.B. versäumt er es seinen früheren Standpunkt, der sich mittlerweile als falsch erwiesen hat, zu erwähnen, in meiner Arbeit jedoch kritisiert er meine Feststellung, bei denen ich mich auf seine frühere, falsche Meinung berufen habe. Er schreibt sogar ­völlig falsch! - daß diese Feststellungen von mir stammen. Es handelt sich hier bei darum, daß er in seinem kleinen, unga­risch, deutsch, französisch und englisch veröffentlichen Buch (Bona 1974, deutsch: Der Anbruch des Mittelalters, französisch: A l'aube du Moyen Age, englisch: The dawn of the Dark Ages, Budapest, Corvina, 1976) nachdrücklich behauptet, daß Mojgrad zur Zeit der Völkerwanderung ein gepidisches Fürstenzentrum war (aufgrund der sog. gefälschten Goldfunde des Mojgrad-Schatz­fundes). Z. B. in der deutschen Fassung: die Gépiden hatten „ihren Hauptsitz . . . wahrscheinlich auch weiterhin im eben genannten früheren Siedlungsgebiet (Grab von Érmihályfalva, Mojgrader Fund)" (S. 28) und auch S. 29: „Fürstliche Re­sidenzen sind . . . nur in . . . Mojgrad (im römischen Porolissum) und Apahida . . . bekannt". Logischerweise sind diese seine Werke in der Bibliographie seiner Diskus­sionsartikel nicht angegeben und in der deutschen Übersetzung fehlt auch das ,,Geständnis", das er im ung. Text seines Artikels abgelegt hat. Dies ist nichts ande­res, als Irreführung der internationalen Forschung über seine frühere - nach­weislich falsche - Meinung (Punkt 30). II. Die nicht eingestandene, aber doch ganz offensichtliche Präkonzeption Bónas war es, einen kupferzeitlichen Goldschatz zu konstruieren, der in Siebenbürgen, in Nagyszeben (heute Sibiu, deutsch Her­mannstadt, an anderer Stelle — S. 78 ­einfach Sibin) oder in der weiteren Um­gebung im vorigen Jahrhundert gefunden worden wäre. Es handelt sich hier um die in den Inventarbüchern des Ung. Na­tionalmuscums mit 30. 1900. 1. bezeich­nete Goldscheibe (in unserer Liste Nr. 16, wahrscheinlich von Ószőny), sowie um den (vogelförmigen, entenförmigen, rochenförmigen oder ganz einfach anthro­pomorphen) Goldanhänger des Ung. Na­tionalmuseums (Inv. Nr. 3. 1902. 2., ohne Fundortangaben, für weitere Angaben siehe J. Makkay: The Tiszaszőlős treasure. Budapest, 1989, Akademie Verlag!) und um eine kupferzeitliche große Goldplatte aus Hatvan (Ung. Nationalmuseum, Inv. Nr. 55. 1896. 1-2.). Im deutschsprachi­gen Text werden nur die ersten beiden Gegenstände zu dem Schatzfund aus Siebenbürgen (Nagyszeben = Sibiu = Sibin = Hermannstadt oder Umgebung) gezählt (S. 78). В stellt fest, daß diejenigen, die sich vor ihm mit den Fundorten dieser Gegenstände beschäftigt haben, 'den schwer lesbaren, nachträglichen Eintra­gungen der Inventarbücher keine Beachtung geschenkt hatten. Beide stehen unter der Rubrik des Fundortes: „Nßeben". M. Mak­kay [richtig J. Makkay] hat zwar die nachträgliche Eintragung wahrgenommen, jedoch ist diese seiner Meinung nach unles­bar. In Wirklichkeit lassen sich beide Eintragungen gut entziffern. [D.h. Nagy­szeben = Sibiu = Sibin = Hermannstadt.] Da die nachträglichen Eintragungen vom Mu­seum genehmigt und noch dazu in den als Dokumenten geltenden Inventarbüchern effektiv durchgeführt wurden, kann [oder darf] ihre Authentizität und Berechtigung kaum bezweifelt werden.' (S. 78, meine Kursive.). Da der Verdacht besteht, daß В nach­lässig und willkürlich mit diesen Quellen aus den Inventarbüchern umgeht, scheint es nötig zu sein, auch seine diesbezüg­lichen Feststellungen und Quellenfor­schungen zu überprüfen. Der Ausgangs­punkt für eine solchen Kontrolle war, daß er - einerseits - im Katalog der ersten Jankovich-Sammlung (Ornatus pretiosi . . ., 1838, I. Bona: А XIX. század nagy avar leletei. A Szolnok Megyei Múzeumok Év­könyve 1982-1983, S. 82, col. dextera: adneris statt adnexis, sinistrarosum statt sinistrorsum, aurea solide statt aurea solida, quattor statt quatuor, triginta et quattor statt triginta, et quatuor décimas sextas) in einigen Zeilen des lateinischen Textes grobe Lesefehler begangen hat, — anderseits — gab er das Gewicht einer Goldscheibe der Jankovich-Sammlung (Ung. Nationalmuseum, Inv. Nr. 5. 1852. 18.-68. 24. 127: 20 S / 4 statt 20 3 /4) nicht richtig an. Man mußte also die angeblichen nachträglichen Fundortein­tragungen in den Inventarbüchern des Ung. Nationalmuseums, die palägra­phischen Daten Bónás über einen „Nagy­szeben"-Fundort kontrollieren. Es stellte sich heraus, daß seine „Lesung" vollkom­men falsch ist. In den Inventarbüchern ist in den Jahren zwischen 1894-1902 (und wahrscheinlich auch vor 1894 und nach 1902 mehrmals) diese bönaische „Fund ortangabe" neben mindestens 12 Gold gegenständen nachträglich und mit Blei­stift eingeführt, und zwar neben solchen, die von ganz verschiedenen Fundorten des ganzen Karpatenbeckens stammen (z. B. Jákó, Kom. Szabolcs, Gyerk, Kom. Hont, Nagyvárad, Nagy-Enyed?, Hajdú­szoboszló, Magyarvalkó, Gyulafehérvár, Székelyhíd, Erdély = Siebenbürgen, Her­cegmárok, Kom. Baranya, usw.). Die Eintragung ist in diesen Fällen deutlich und gut zu lesen: nicht Nßeben (Nagy­szeben), sondern safeben. Das bedeutet laut der derzeitigen ungarischen Schreib­weise eindeutig, daß die Goldstücke zeitweilig in dem Safe (d. h. im Gold­tresor) des Ung. Nationalmuseums unter­gebracht waren. В hat mit einer unwissenschaftlichen und willkürlichen Methode den sog.Nagy­szeben-Goldschatz erfunden, den es ein­fach nicht gibt. In fast derselben Weise „wies er nach", daß die drei Jankovich­Goldscheiben und die Storno-Scheibe (in unserer Liste Nr. 1-3. bzw. 14.) aus dem Schatzfund von Tiszaszőlős stammen. Dies ist aber nicht beweisbar, da В keine Daten, sondern nur spekulativen Theorien aufbringt, deren Qualität nicht besser als die Argumente der Nagyszeben-Theorie ist. Die falschen Daten und unbegründe­ten, spekulativen Behauptungen in den Artikeln von В können dazu beitragen, vor allem die internationale Forschung irrezuführen (da es aufgrund der deutsch sprachigen Auszügen, die in einigen wichtigen Stellen den ung. Originaltexten nicht entsprechen, sehr schwer ist, dem komplizierten und oft auf falschen Erklä rungen beruhenden Argumentation Bona's zu folgen). Eben deshalb wurde eine Liste über die bisher bekannt gewordenen Gold- und Kupferscheiben und die einzige Silberscheibe der kupferzeitlichen Lasin­ja-Kultur und ihrer Verwandten zusam­mengestellt, die auch die diesbezüglichen sicheren, zuverlässigen oder wahrschein­lichen Daten enthält. Es wird darin auch die unlängst in Zalavár, Transdanubien, gefundene Kupferscheibe angegeben, die genau datiert werden kann: sie stammt aus der frühen (I) Phase der Lasinja-Kul­tur (in unserer Liste Nr. 24, nach M. Vi­rág 1986, Ss. 5-13). Demgemäß könnten auch einige Goldscheiben in die Frühphasc der Lasinja-Kultur datiert werden. Wir möchten darin erinnern, daß В in seinem Aufsatz dazu schrieb, daß diese Gold­scheiben in die späte (II. oder III.) Periode dieser Kultur datiert werden können. Selbstverständlich müssen nach der Klärung der Nagyszeben Frage all die imposanten aber aus der Luft gegriffe­nen Hypothesen, die B, basierend auf Zusammenhängen, Herkunft und Ver­breitung der kupferzeitlichen Anhänger, Platten und Scheiben, aufstellt, als unbe rechtigt und falsch abgelehnt werden. Zusammenfassend möchte ich noch darauf hinweisen, daß die dogmatische Auffassung von В (seine Lesung kann nicht bezweifelt werden : „ . . . nincs okunk s jogunk [meine Kursive!] kétség­bevonni a Nagyszeben bejegyzések jogos­ságát." - dazu gibt es kein Recht [meine Kursive!], В S. 52) den Grundprinzipien der wissenschaftlichen Forschung nicht entspricht. Dasselbe kann auch über seine typologischen Vergleichsmethode gesagt werden. Auf unserer Abbildung (Abb. 1) haben wir die Zeichnungen zu dem völker­wancfcrungszeitlichen Kclchgcfäß zusam­mengestellt, dis В als die besten Paralle­len („Geschwister-Verwandte") zu dem schwarzpolierten Kelch von Tiszaszőlős zitiert (nach seiner Listen auf S. 61). Es ist ganz klar zu sehen, daß diese „Gesch wister-Verwandte" den Anforderungen der typologischen Verwandte - Parallelen überhaupt nicht entsprechen. Wir müssen auch weiterhin darauf bestehen, daß der schwarzpolierte (und nicht graue, wie es В infolge des Mangels an Quellenkennt nissen, Z. B. die Arbeiten von J. Ham­pel, meint) Kelch nicht aus der Sarma­tenzeit, sondern aus dem 5-6. Jht. nach Christus stammt (Abb. 1, in der Mitte des Kreises). Schließlich müssen wir noch festellen, daß aufgrund der Inventarbücher des Ung. Nationalmuseums (Nr. 3. 1902) der richti­ge Name von „Sigismund Roth (bei Bona, S. 51: Sigismund Roth = Roth Zsigmond) einfach Réti Zsigmond lautete. Abschließend möchten wir feststellen, daß der Beweggrund Bóna's für seine bei den Artikel vermutlich nicht in allen Fällen der vorurteilslose Gesichtspunkt der wissenschaftlichen Forschung gewesen ist .. .

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