S. Perémi Ágota (szerk.): A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 27. (Veszprém, 2012)

RAINER Pál: Régészeti kutatások Bakonybélen, a bencés monostor területén

ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN IN BAKONYBÉL, AUF DEM GEBIET DES BENEDIKTINERKLOSTERS (2010) Die St. Mauritius-Abtei von Bakonybél (ur­sprünglich Bél) int Komitat Veszprém wurde von dem ersten ungarischen König Stephan d. Hl. ver­mutlich einen vorhandenen Herrenhof oder Jägerhaus des Königs oder der Königin benutzend, gegen 1018 gegründet. Diese Stiftung war eine der wichtigen Stationen im Prozess der damals be­ginnenden gleichzeitigen mittelalterlichen feudalen ungarischen christlichen Staats- und Kirchen­organisation. Der erste Abt, St. Günther aus Bayern (cca 955-1045) war ein Verwandter der Königin Gizella, Frau von Stephan d. Hl. Als zweite folgte ihm der spätere Märtyrer Gellért aus Venedig (cca 980-1046), Erziher des St. Imre, Sohn von Stephan d. Hl. Gellért kam von hier in das Bistum von Marosvár (später Csanád). Das Kloster lebte bis zur Zeit der Türkenherrschaft (1.540-er Jahre), dann wurde verwüstet. Int Mittelalter besiedelte nie eine ländliche Siedlung um das Kloster. Nach den Türkenkriegen, am Ende des 17. Jh-s bevölkerte sich die Abtei wieder. Die heutige Kirche und das Ordenhaus wurden im Barockstil in der Mitte des 18. Jh-s gebaut. Bis zu den 1950­er Jahren stand die Abtei in den Händen der Benediktiner, dann hat die kommunistische Macht das Mönchsleben auch hier eingestellt. Die Benediktiner Gemeinschaft erneuerte sich nur in 1998, sie ist seit der Zeit ununterbrochen tätig. Die Schriftlichen Quellen und Geschichte des Klosters bearbeitete und publizierte der Ordenhistoriker Pongrác Sörös im J. 1903-4. Obwohl bei Wasserleitungarbeiten im J. 1902 einige Stücke des Ziegelpflasters aus dem 12. Jh. gefunden wurden, machte man weder dann noch später keine archäologische Ausgrabungen. So waren diese Ziegelstücke ganz bis zum Anfang des 21. Jh-s die einzigen bekannten archäologischen Denkmäler des mittelalterlichen Klosters. Die erste Möglichkeit, das Kloster archäologisch zu forschen gab es im J. 2010, wenn das Gästehaus St. Günther westlich vom barocken Ordenhaus, am Platz des ehemaligen Jägerhauses aus dem 19. Jh-s gebaut wurde. Die Ausgrabung legte den Teil eines Friedhofs mit 33 Gräber, unter ihnen auch Kindergräber, frei. Es konnte der Friedhof der Bedienten des Klosters von der Árpádenzeit begin­nend sein. Wir fanden Grabbeigaben nur in einem einzigen Grab, ein einfaches Ohrgehänge, einen Ring aus Bronze. Die 2 Lesefunden, die S-Haarringe (typischeste Schmücke des gemeinen Volkes in der Árpádenzeit), mussten auch Grabbeigaben sein, wie auch die unsicher österreichische Silber-Pfennig­Münze aus der zweiten Hälfte des 14. Jh-s. Südlich von den Gräbern kam ein spätmittelal­terliches Gebäude oder ein Raum eines Gebäudes mit Mauerung aus Bruchstein, zum Vorschein. Die innere Dimension des schlecht erhaltenes Gebäude ist mindestens 10,50x6-6,50 Meter. Es kann ein Teil des mittelalterlichen Klosters sein, und es ging vielleicht in der Türkenzeit (Mitte 16. Jh.) zugrunde. Das wenige Fundmaterial aus dem 15., frühen 16. Jh. (Hauskeramik, gothische Kachel, Metallgeräte) gefunden beim Gebäude, weist darauf hin. Uber den mittelalterlichen Friedhof und die Reste des Gebäude legte sich eine Ausschüttung im 18-19. Jh. Diese Schicht ist heute 1.70 Meter dick und gestaltet die Terasse für den Garten vor der westlichen Seite des Ordenhauses. Auf der Terrasse wurden mit der Zeit kleinere Gartenhäuser gebaut, einige Wände (meistens Ziegelwände) kamen während der Ausgrabung zum Vorschein. Die Ausgrabung erwies unsere frühere Hypothese, dass die geforshte Fläche archäolo­gisch reich sein kann. Die mittelalterliche Kirche, die offenbar in der Mitte des Friedhofs, nach Osten orientiert stand, ist mit dem Ordenhaus zusammen in der unmittelbaren Nähe des heutigen barocken Gebäudes zu suchen. Mit Rücksicht auf die dicke moderne Aufschüttung und auf das über den Ruinen gebaute Gästehaus, ist es nicht wahrscheinlich, dass unsere archäologische Kenntnisse sich des mittelalter­lichen Monasteriums Bél mit neuen Daten in der nächsten Zukunft erweitern können. 127

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