A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 19-20. 90 esztendős a "Veszprémvármegyei" múzeum. Jubileumi évkönyv (Veszprém, 1993-1994)

Nagybákay Péter: Veszprém és a kézművesipari kutatások

mäßig bedeutende Handwerkerschichte, vor allem in den Gewer­ben, die durch die Naturgegebenheiten der Gegend bedingt waren, z.B. Wollverarbeitung (Tuchmacher), Leder- (Gerber-, „Tobak"-) und Mühlindustrie, die auf dem Wasser des Baches Séd beruhten und die Holzindustrie (Blutzenmacherei, Tischler), die das Holz­material des Bakony's verarbeitet hat. Die Umgebung, die ungeeig­net zum landwirtschaftlichen Bebauen war, hat die Einwohners­chaft ebenfalls in die Richtung des Kleingewerbes gelenkt und des­halb gab es eine Zeit, als die Stadt Veszprém im stände war, sogar die Märkte der umgebenden Komitaten mit eigenen Handwerker­produkten zu versehen. Am Anfang des 19-ten Jahrhunderts kann man noch über eine sehr rege Handwerkertätigkeit in Veszprém sprechen, aber dadurch, daß am Ende des Jahrhunderts die Eisen­bahnlinie ausserhalb der Stadt geführt wurde, war die Handwer­kerschaft, die noch immer auf das veraltete Zunftsystem bestand, unfähig - vor allem wegen Mangels am Handelskapital - die Ma­nufaktur aufzugeben und sich an die moderne Fabrikindustrie zu gewöhnen und so ist die Stadt und darin die Handwerkerschaft in der Zeitperiode des kapitalistischen Aufschwungs bedeutend zu­rückgeblieben. Das zweite Kapitel stellt uns die musterhafte Aktivität des Veszprémer Museums dar, die sich auf das ganze Komitat erstreck­te und im Rahmen deren es nach der Auflösung der Zünften (1872) die Gedenkgegenstände und Dokumente im Zusammenhang mit den Zünften kontinuirlich - in mehreren Etapen - sammelte, inven­tarisierte, über die Gegenstände sogar Publikationen erscheinen li­eß und aus den schriftlichen Dokumenten einen selbständigen An­gabekatalog zusammengestellt hat. Darüber hinaus hat sich das Museum auch zum Ziele gesetzt, sich auch mit den ausserhalb des Komitats auffindbaren zerstreuten Zunfterinnerungsgegenständen zu beschäftigen und damit als erstes im Lande das Zunftgedenkma­terial eines Komitats - innerhalb der möglichen Grenzen - fast vollständig zusammenzustellen. Aufgrund dieser einmaligen Akti­vität wurde dann ein Wissenschaftlicher Verarbeitungsausschuß zustande-gebracht, der eben durch Anregung der Veszprémer sich mit der Geschichte der Gewerbschaften in ganz Ungarn als eine ab­geschlossene Epoche zu beschäftigen begann und zwar mit Hilfe der modernsten Mitteln, durch Computeraufarbeitung und mit Forschung der Zusammenhänge der vielseitigen Intcrdiszipl inarität. Das dritte Kapitel macht uns mit der zwanzigjährigen Tätigkeit der im Jahre 1971 gegründeten Arbeitsgruppe des für Handwerks­geschichte Veszprémer Komitees der Ungarischen Wissenschaftli­chen Akademie bekannt. Während dieser Zeit entstand in dem Be­reich der Quellenforschung der Landeszunftkataster und das erste dreisprachige (latéin, deutsch, ungarisch) Fachwörterbuch für Be­nennungen der Gewerben, ein Landeslimitationskataster oder Preis­bestimmungkataster, eine erwählte Bibliographie der Handwerks­geschichte in Ungarn und jetzt - mit dem schon publilzierten Band über das Komitat Vas - begann man die Zusammenstellung von Katalogen über die Handwerkerwerkstätten- und Werkzeugkatas­ter, die sich auf alle Komitate des Landes erstrecken. - Um eine komplexe interdisziplinare Forschung der Handwerksgeschichte koordinieren und die Möglichkeit eines entsprechenden Erfahrungs­austausches schaffen zu können, hat der Arbeitsausschuss bisher 8 inländische und 3 internationale Symposien veranstaltet. An dem ersten haben durchschnittlich etwa 50 Personen und an den letzten 80 Personen aus 15 Ländern teilgenommen. Die Zahl der Vorträge und Referaten betrug etwa 330. Nach allen Veranstaltungen sind die Vorträge in vollem Umfang in Form einer Publikation erschie­nen und zwar in 400-500 Exemplaren. Um die internationalen Be­ziehungen zu vertiefen und aufrechtzuhalten, werden zeitweise, aber kontinuierlich dreisprachige Informationshefte über Hand­werksgeschichte ausgegeben. Bisher gab es insgesamt 16 Informa­tionshefte, in denen etwa 150-200 Wissenschaftler und Institutio­nen, die sich für die Handwerksgeschichte interessieren, über die Ereignisse, Konferenzen, Publizierung neuer Ausgaben, Ausstel­lungen u.s.w. informiert wurden. Die Tätigkeit des Arbeitsaus­schusses wurde von etwa 20 ausländischen Fachzeitschriften, oder Jahrbüchern rezensiert und - trotz einiger strengen Kritiken - posi­tiv bewertet. Dies bezieht sich auch auf die bisherige Tätigkeit des aus 10-15 Personen bestehenden Ausschusses und der For­schungsgruppe, die aus etwa 100 sich für Wirtschaft, Gesellschaft, Geschichte, Technik, Jura und Kunstgeschichte Interessierenden und Ethnographen, Museologen, Archivaren und Lokalhistorikern besteht. Die Obigen in Betracht genommen kann festgestellt werden, daß die in den letzten Jahrzehnten in Ungarn, ja sogar in Mittel-Europa durchgeführten handwerksgeschichtlichen Forschungen oft mit dem Namen der Stadt Veszprém verbunden sind. DR. PÉTER NAGYBÁKAY H-l 014 Budapest Tárnok u. 14. 518

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