A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 19-20. 90 esztendős a "Veszprémvármegyei" múzeum. Jubileumi évkönyv (Veszprém, 1993-1994)

Vörös István: A balatonaligai császárkori telep állatcsont leletei

ten und zerstückelten Tiere lagen auf dem primären Platz. Das He­isch des Letzten wurde nicht verzehrt. 74,2% aller Tierknochenfunden fand man auf dem Gelände des Arbeitsplatzes VII., von denen 69,5% (51,6% der gesammten Tier­knochenfunde) aus dem Graben auf Tagelicht kamen (Tabelle 1.). 97,7% der Tierreste waren Haustiere; 2,3% waren Überreste von Wildtieren. Diese Proportion entspricht übrigens den Erfahrungen, die man in anderen pannonischen Dörfern und Villen gemacht hat. Überall war das Rindvieh das wichtigste fleischgebende Haustier. Die Schafe, Ziegen und Schweine standen auf dem zweiten oder auf dem dritten Platz. 59,5% der Reste der Haussäugetiere waren die drei klassischen fleischgebenden wirtschaftlichen Nutztiere: das Rindvieh, die klei­nen Wiederkäuer und die Schweine; 40,5% der Überreste stamm­ten von Pferden und Hunden (Tabelle 1.). Vom Geflügel kamen nur Haushuhnreste zu Tage. Von Wildtieren kommen vor allem Ur, Rothirsche und Wildschweine vor; der Wolf und der Hase kamen als Felltiere vor. Die Tierbestandrekonstruktion zeigt eindeutig, daß die Rinder großen Formats - besonders reich sind die Funde an Stierüberres­ten - als Zugtiere (in der Landwirtschaft als Transporttiere) gebra­ucht wurden. Die Schafe mit Schneckenhörnern kleineren Wuchses wurden für die Wolle und Milch, die Lamme jedoch sowohl für das Fleisch, als auch ihr Fell gehalten. Das Schwein wurde vor allem als fleischbringendes Tier gezüchtet. Unter den Hunden kommen sowohl die Schäferhunde größeren Wuchses, die zur Bewachung der Tiere dienten, als auch die sog. Luxushunde kleineren Wuchses vor. Die zahlreichen Pferdeüberreste gehörten zu einem Pferdetyp mit kleinen Körpermaßen, die für die Pferde der sog. „Eingebore­nen" charakteristisch waren. Die Skeletteile der nicht als Küchenknochenreste identifizierten Pferde und Schweine waren Skelette von Schweinen und Hunden; asber auch aufgrund der an den Knochen anderer Tiere auffindba­ren Schnitt- und Schlachtverletzungen kann angenommen werden, daß der Meierhof durch eine gewaltsame Handlung vernichtet wur­de. Die Mortalität der jungen Tiere ziegt auf die Jahreszeit Ende Sommer oder Herbst. Die Kleindungsergänzungen, Küchengeschirre, die Gebäudesü­berreste und die vielfaltige Zusammensetzung der Funde in Balaton­aliga lassen darauf schliesen, daß die freigelegte Siedlung und die Objekten als ein Teil eines Gutshofes betrachtet werden können. Der Wirtschaftsteil in Balatonaliga (pars rustica) kann als eine Columella-artige (von der Stadt entfernt liegende) Wirtschaft iden­tifiziert werden, wo man eine Selbstversorgungwirtschaft geführt hatte. DR. ISTVÁN VÖRÖS Magyar Nemzeti Múzeum H-1088 Budapest Múzeum krt. 14-16. 204

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