A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 14. – Történelem (Veszprém, 1979)

Guzsik Tamás: Veszprém megye középkori templomépítészetének kutatási kérdései

Heiliger Peter und Paulus, als „zwei Säulen der Kirche" waren auch in diesem Komitat ausserordentlich beliebt. Ihre Popularisierung ist in erster Linie in den Kirchlichen Gütern begründet. In 9 Fällen von den 14 Vorkommen (64,3%) kann bewiesen werden, dass der Patronatsherr oder der Besitzer "im bedingten Zeitpunkt der Kirchenstiftung eine Kirchliche Gemeinschaft war. (6 Güter der Benediktiner, 3 gehörten zum Veszprémer Kapitel, 1 war gemeinsames Gut des Vesz­prémet Kapitels und der Tihanyer Abtei.). Der Titulus ist im 13. Jh. am häufigsten (9 Stück, 64,3%), am frühesten kommt er im 11. Jh. (Szőlős, Felsődörgicse) auf den Gütern der Ti­hanyer Abtei vor. Erzengel Sankt Michael ist der Schutzpatron der Veszp­rémer Diözese, die Häufigkeit seines Namens ist dadurch be­gründet. 7 Stück, (53,8%) von 13 Vorkommen sind frühe­Stiftungen im 11-12 Jh., genauso viele befinden sich auf kirlichen Gütern. Zwei Kloster (Lövőid, Vázsonykő) tragen noch diesen Titulus in der Diözese, in Vázsony war vermut­lich schon eine frühere Kirche von Sankt Michael genannt, die der späteren Stiftung von 1483 vorausgegangen war. Wahrscheinlich spielte der Schutzpatron St. Michael der Propstei des Prämonstratenserordens in Csorna (um 1180) im Norden des heutigen Komitats (ursprünglich Raaber Diözese) in der Verbreitung dieses Titulus eine Rolle, (z. B. Gyarmat, Kéttornyúlak, Pápa). Der Titulus „Heiliges Kreuz" verbreitete sich meistens im 13. Jh. (8 von 12 Stück, 67%) auf kirchlichen und weltlichen Gütern gleicherweise. Hier können wir mit den Zisterziensern, die den Kult des Kreuzes popularisierten, einerseits, und mit der ungarischen Teilnahme am Kreuzzug Anfang der 13. Jhs. anderseits rechnen. Das frühere Vorkommen dieses Titulus (3 Stück, 25%) ist ausschliesslich auf kirchlichen Gütern bekannt. Bei der Erklärung der Häufigkeit im 13. Jh. kann noch die grosse Zahl und die Bedeutung „der Einsiedler des Heiligen Kreuzes" also der Paulaner in der Diözese erwähnt werden. Man muss zugleich beachten, dass der Paulanerorden gerade auf"diesem Gebiet kein einziges Kloster mit diesem Titulus hat. Ebenso unsicher ist die Lage des Klosters „Insula Pilup", wo der Titulus „Heilige Helene" als Synonym für „Heiliges Kreuz" gedeutet ist. Heiliger Martin aus Tours, „der Heilige Pannóniáé" durch die Benediktiner in Pannonhalma (Raaber Diözese) popula­risiert, ist einer der häufigsten Tituli im Komitat. Unsere Könige mussten die Verbreitung seines Kultes befördern, denn die meisten früheren Vorkommen dieses Titulus befin­den sich auf den königlichen Gütern (6 von 12 Stück, 50%). Obwohl die Abtei der Benediktiner im Komitat grosse Güter hatte, kommt dieser Titulus nur einmal vor. Die schutzherr­liche Kirche (die Abtei) und die örtliche Pfarrkirche wollten wahrscheinlich auf diese Weise den Zusammenfall des Kirchtages vermeiden (Wallfahrt). Dieser Titulus kommt dagegen auf dem Gut des Nonnenordens in zwei Ortschaften vor, (Kisszőlős - die Nonnen von Vásárhely, Szárberény ­die griechischen Nonnen im Veszprémer Tal.), beide sind Pfarrkirchen von früher Stiftung. Ziemlich häufig ist der Titulus Sankt Nikolaus, der wohl auf die auch im Komitat früh nachweisbaren Kontakte mit der griechischen Kirche zurückzuführen ist (Sankt-Niko­laus-Höhlenkloster in Tihany-Oroszkő). Man kann feststel­len, dass sich die frühesten Vorkommen (4 von 12 Stück, 33%) alle auf kirchlichen Gütern befinden. Im späteren führt schon der Schutzheilige ein selbständiges Leben, der Titulus kommt ab 13. Jh. in erster Linie auf weltlichen Gütern vor (7 Stück, 58,3%). Zwei Vorstellungen sind über diesen Titulus: einerseits wird er mit dem frühen Handel, mit dem Markt­recht in Beziehung gebracht (als Schutzheiliger der Kauf­leute), anderseits wird ez zur Gründung des Dominikaneror­dens in Ungarn verbunden. Die Beispiele im Komitat unter­stützen keine von beiden Vorstellungen. Die Analyse des HL-Jakob-Patrociniums würde über den Rahmen dieses Aufsatzes hinausgehen. Es wird nur erwähnt, dass dieser im 13. Jh. so beliebte Schutzheilige im früheren Vorkommen kaum bekannt ist (z. B. Zselicszent­jakab 1061). Dieses Patrocinium wird erst ab 1210-er Jahren allgemein, wobei die Abtei in Lébény wohl die Initiative ergreift. Bekannt ist die Wallfahrt des Stifters nach Rom, Gespan Pot, in den Jahren 1212-1213, zu dieser Zeit neh­men wir mit Recht auch andere Wallfahrten an. In der zwei­ten Hälfte des 12. Jhs. beginnt der bekannteste Wallfahrtsort in Westeuropa: die Jakobkirche in Compostela eine führende Rolle zu spielen. Die Struktur des Grundrisses der zu dieser Zeit in der Umgebung von Compostela errichteten Kloster der Zisterzienser (Armentara 1162, Junquera 1170, Carracedo 1203, Penamayor 1225) ähnelt sich auffallend der Abtei in Lébény, die den Compostela-Kult in Ungarn angefangen hat. Es wäre aufschlussreich, etwas näher zu untersuchen, wie sehr der ungarländische Kult des Hl. Jakob im 13. Jh. (Ják, Ja­kabsziget, Mórichida, Sopron, Csütörtök, Fertőd, Tornaszent­jakab, Zalaszentjakab, Hegyhát szentjakab, Döröske usw.) mit Lébény (Ják, Sopron, Fertőd usw.) oder mit dem Grenz­gebiet des Zisterzienserordens (Jakabsziget, Mórichida, Csü­törtök usw.) zusammenhägt. Ich habe schon zum Ausweis der letzteren Annahme mit der Analyse konkreter Bauorna­mentik einen Versuch gemacht. Zwei frühe Kloster des Paula­nerordens tragen auch diesen Titulus: Pécs-Jakabhegy, (1225) und Bakonyszentjakab (um 1260), letzteres im Komi­tat Veszprém. Das Dorf Szentjakab im Nivegy-Tal auf könig­lichem Gut ausgenommen, sind alle Hl.-Jakob-Tituli im Komitat auf weltlichem Gut zu finden. (Rátót-, Atyusz­Péc-Geschlecht, Familie Essegvári, Adelige in Enyere), also auf deren Gut, die selbst an einer Wallfahrt nach Compostela teilnehmen konnten. Struktur des Grundrisses Der nächste Gesichtspunkt der Untersuchung ist die Struk­tur des Grundrisses der Kirchen (8. Rubrik der Tabelle). Das ist die wichtigste Angabe der Gebäude hinsichtlich der Ent­wicklung der Architektur des Gebietes. In den früheren ty­pologischen Zusammenfassungen wird gerade mit der Grund­riss-Struktur dieses Gebietes beschäftigt. Die nachfolgende kartographische Methode dient der typologischen Unter­suchung der Struktur des Grundrisses bzw. der Raumgestal­tung. Im Komitat sind im jetzigen Stand der Forschung Grundrisse von 135 Kirchen (teils oder ganz) bekannt. Das sind 32,36% der gesamten Kirchenorte (414 Stück) und 78,0% der bekannten (lokalisierbaren) Gebäude (173 Stück). Die noch bestehenden bzw. fehlenden 22% sind meistens nicht publiziertes Ausgrabungsmaterial, Folge noch nicht durchgeführter oder im Gang begriffener Erschliessung, bzw. nicht beendeter Teil unserer Ermessungs- und Forschungs­arbeit. Die Apside ist von den Elementen der Grundrisstypologie (Apsis, Turm, Seitenkapelle-Sakristei, Emporium) am wichtigsten und vielleicht deshalb am meisten bestritten. Sie hat sich bei den Umbauarbeiten am häufigsten geändert. In der nachfolgenden Systematisierung wurden die Grundrisse der verschiedenen Perioden abgesondert, so ist die Zahl der nominell bekannten Grundrisse 155 Stück. (Auf der Tabelle wird der beim Umbau geänderte Grundriss in einer anderen Rubrik bezeichnet.) Davon sind: л = Halbkreis-oder Hufeisenbogenapside 34 Stück 21,94% -"-?= bedingt Halbkreisapside 6 Stück 3,87% -П-» gerade Apside 52 Stück 33,55% Л-?= bedingt gerade Apside 5 stück 3,23% ­/N-= polygonale Apside ohne Stützpfeiler 8 Stück 5,16% -X-= polygonale Apside mit Stützpfeiler 17 Stück 10,97% ?= unbekannte Apside 28 Stück 18,05% 0= zentrales Gebäude mit Halbkreisapside 4 Stück 2,58% 0= zentrales Gebäude mit «polygonaler Apside 1 Stück 0,65% 174

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