Kralovánszky Alán – Palágyi Sylvia szerk.: A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 13. – Történelem (Veszprém, 1978)
PÁKAY ZSOLT: A veszprémi püspökség uradalmainak összeírása 1802-ből
Leibeigenen gelöst. So konnte er seinen Nachfolgern, Ignác Nagymányai Koller (1762-1777) und József Pészaki Bajzáth schon rechtlich und wirtschaftlich geregelte Güter hinterlassen. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts bestand das Gut des Bischofs noch aus fünf Teilen: aus den Herrschaften in Veszprém, Karád, Sümeg, Nyul und Zalaegerszeg. Zur Zeit der Gründung des Bistums von Szombathely wurde am Ende des Jahrhunderts die Herrschaft von Nyul und Zalaegerszeg durch Kaiserin Maria Theresia diesem neuen Bistum angeschlossen. So enthalt die durch die Kammer nach dem Tod des Bischofs Bajzáth (1802) angefertigte Liste nur noch die übrigen drei Güter. Aus dieser Zusammenstellung erscheint vor uns das Leben des ganzen Gutes. An seiner Spitze stand das Präfcktcnamt unter der Leitung des Präfekten. Leiter der einzelnen Herrschaften waren die Verwalter, die wirtschaftlichen Angelegenheiten der kleineren Einheiten des Gutes - eines Dorfes, eines Meierhofes - wurden von Meier erledigt. Jede Herrschaft hatte ihren eigenen Advokaten, ihren Ingenieur, ihren Rechnungsführer und Tierarzt. Der Advokat regelte Streitfragen mit den Leibeigenen oder auch mit Fremden, er übte das Patrimonialrecht aus. Der Ingenieur war der Leiter von Bauarbeiten, Renovierungen, nach seinen Anweisungen entstanden Fischteich und Gräben zur Wasserableitung. Zu den Aufgaben des Rechnungsfülirers gehörte die Eintragung von Auslagen und Einkünften, die Registrierung der Getreidemengen, des Viehbestandes, des Holzes usw. Der Veterinär untersuchte dem Gesundheitszustand des Viehes, gab Vorschriften in Bezug auf Fütterung und Anweisungen zur Pflegung der erkrankten Tiere Alle Ereignisse der Herrschaft wurden schriftlich festgehalten, wichtigere Angelegenheiten aktenmässig erledigt. Die Verrechnungsbücher informieren sozusagen Tag für Tag über alle wischtigeren Arbeiten. Die ausgeteilte Arbeit und ihr Abschluss wurden eingetragen. Die wirtschaftliche Arbeit für jeden Monat war genau vorgeschrieben. In den Herrschaften von Veszprém und Sümeg lebten ungarische und deutsche Leibeigenen, in der Herrschaft von Karád dagegen ungarische und südslawische. Letztere zogen schon früher, zur Zeit der Türkenherrschaft immer weiter nach Norden, in das friedlichere Komitat Somogy. Der grösste Teil der Ungarn war schollengebunden, die Fremden dagegen Zinspächter. Die Lage dieser war günstiger, sie konnten ihren Wohnsitz wechseln, sie mussten weniger Steuer zahlen, sie hatten auch sonstige Privilegien. Die Steuer „census" genannt konnten sie bar zahlen, und sie mussten keinen Frondienst leisten. Im Hinblick auf die Religion gehörte der grössere Teil der Ungarn der reformierten (kalvinistischen) oder der evangelischen Kirche an, die Fremden dagegen waren katholisch. Ausser den Leibeigenen lebten ind den bischöflichen Herrschaften auch Handwerker und Kaufleute. Der grösste Teil der Handwerker kam aus den Reihen der Häusler, die Kaufleute waren Griechen oder Juden. Sie kauften sowohl vom Gutsherrn als auch von den Hörigen das Vieh, das Getreide, die Hefe, den Treber zum Schnapsbrennen, sie pachteten Gasthäuser, Dorfschenken, Fleischereien, Mühlen usw. Obwohl die drei Herrschaften von Veszprém, Sümeg und Karád unter einheitlicher Leitung standen, ihre Wirtschaft war ihrer Lage und ihren Einwohnern entsprechend unterschiedlich. Die Herrschaft von Veszprém umfasste das waldige Gebiet im Bakony, das Tal des Séd, die öde Dolomitebene, die von Sümeg erstreckte sich auf einem Teil der kleinen Tiefebene (Kisalföld) und am Balaton mit gutem Ackerboden, die Herrschaft von Karád lag im reichen Mezőföld. Ihrer Lage und ihrem Boden entsprechend zeigten sich in den drei Herrschaften Produktionsunterschiede. Die meisten Meierhöfe befanden sich in der Herrschaft von Karád, wo Ackerbau und Viehzucht am intensivsten betrieben wurden. In Sümeg stand der Wienbau im Vordergrund, in Veszprém spielte demgegenüber die Holzgewinnung und Verarbeitung die wichtigste Rolle. Hier wurde Pottasche hergestellt, Bretter geschnitten. Auch Glashütten und eine gewisse Industrie waren hier vorzufinden. Dementsprechend gestaltete sich auch die Lage der Leibeigenen unterschiedlich. In der Herrschaft von Veszprém gab es die meisten Zinspächter, die nicht schollengebunden waren (Schwaben). Sie beschäftigten sich nicht nur mit Ackerbau sondern auch mit Industrie, nicht nur in Städten sondern auch in Dörfern, so z.B. in Farkasgyepü und Csehbánya. Anschrift des Verfassers: dr. Pákay Zsolt H - 8262 Badacsonylábdi 22. 247