A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 3. (Veszprém, 1965)

Czeglédy József–Sági Károly: Adatok a Tanácsköztársaság keszthelyi történetéhez

Die Räterepublik in Keszthely Bei Ausbruch der ersten Weltkrieges fungierten zwei Arbeitergewerkschaften in Keszthely. Ihre legale Tätigkeit wurde durch die Behörden verbo­ten. Die sozialdemokratische Partie hat die Volks­massen über die Ursachen und den Charakter des Krieges nicht aufgeklärt. Unter solchen Umständen haben das Elend und Leiden dem Volk die Wahr­heit gelehrt. Es wird im Aufsatz auch des sozialde­mokratischen Friedenkongresses gedacht, dessen pazifistischen Propaganda-Briefmarken auch zu uns gelant waren. Es ist eine bedeutende Tatsache, daß unsere Kriegsgefangenen den Marxismus und .Le­ninismus in Rußland kennen gelernt haben und sich zu deren Ideen nach ihrer Rückehr auch zu Hause zu bekennen und diese auch hier zu ver­breiten vermochten. Am 25. Oktober 1918 wurde der Ungarische Na­tionalrat gebildet. In der Nacht vom 30. auf 31. Ok­tober d. J. ist eine bürgerlich-demokratische Revolu­tion in Budapest ausgebrochen. In Keszthely konsti­tuierte sich der Nationalrat am 2. November. Am 10. November 1918 fungierte hier auch die National­sozialistische Partei von neuem. In dieser bildete sich auf Einfluß des gewesenen rußischen Kriegs­gefangenen, Dezső Szalay ein linksseitiger Flügel. Am 3. Dezember 1918 enstand ein sozialdemokrati­sches Übergewicht der früheren bürgenlichen Füh­rung gegenüber. Am 22. März 1919 erhielt Keszthely Nachricht davon, daß die Sozialdemokraten- und die Kommu­nisten-Parteien sich vereinigt haben. Diese vereinig­ten Arbeiterparteien haben die Macht übernommen. Der Nationalrat von Keszthely hat seine letzte Sitzung am 25. März abgehalten und gleichzeitig die Macht dem Arbeiter-Soldaten-Bauernrat über­geben. Das exekutive Organ dessen war das Direk­torium, und die Mitglieder, Imre Fodor, Sándor Pál und Géza Kis haben ihre Tätigkeit sofort begonnen. Der Arbeiter-Soldaten-Bauernrat. hat in seiner Sitzung am 25. März beschlossen, den Titel des Blat­tes Keszthelyi Hírlap (Nachrichtenblatt von Keszt­hely) auf Testvériség (Fraternitas) zu ändern und diese Zeitung für sein offizielles Organ zu erklären. Die Zeitung Testvériség ist die wichtigste Quelle der Keszthelyer Geschehnisse der Räterepublik. Die Nummer vom 6. April teilt die Anordnung des revolutionären Regierungsrates über die Aufstel­lung der roten Armee mit. Die Werbung setzte auch in Keszthely ein und es wurden bis zum 13. April 103 Beitritte vermerkt. In der Zeitung Testvériség wird auch über den Gang der Verstaatlichungen berichtet. Die Schulen der Stadt Keszthely wurden am 29. März verstaat­licht. Am 6. April kam die Reiheu»an die Banken, am 13. April an das Urania-Kino, an die Apothe­ken und Drogerien. Die Verstaatlichung der kirch­lichen Schulen erfolgte erst im Juni. Die Wahlen der städtischen Ratsimitglieder wur­den am 7. April 1919 abgehalten. Es wird über den Verlauf der Wahlen ausführlich berichtet. Auch das Namensverzeichnis der gewählten Ratsmitglie­der wird mitgeteilt. Die Wahlen der Mitglieder des Bezirksrates wurden am 9. April abgehalten. Die Festlichkeiten des ersten, freien 1. Mai wer­den in einem Aufsatz ausführlich beschrieben. Der Auf die Räterepublik lastende feindliche Druck hat die Beschleunigung der militärischen Werbung erfordert. Am 6. Mai hat der Arbeiter­Soldaten-Bauernrat beschlossen ein Arfoeiterbatail­lon zu errichten. Am 11. Mai hat der Revolutionäre Regierungsrat die allgemeine Mobilisierung verord­net. Am 14. Mai fand der Abschiedsabend des in Keszthely stationierenden 20. Roten Artillerieregi­ments im Hotel Hungária statt. Das Regiment zog am folgenden Tag auf den Kriegsschauplatz hinaus. Die Kriegslage erforderte eine gesteigerte Material­wirtschaft. Die Lebensmittelkarten mußten einge­führt werden. Um die erhöhte Versorgung der in­dustriellen Arbeiter der Städte zu sichern, wurde mit den sog. „Tauschmagazinen" experimentiert. Auch in Keszthely wurde ein solches gegründet. Landwirtschaftliche Produkte wurden mit Markt­preis gekauft und um die entsprechenden Scheine konnten Industrieerzeugnisse erworben werden. Die Arbeiter von Keszthely, die über Landwirt­schaftliche Produkte nicht verfügten, haben das 185

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