A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Veszprém, 1963)

Sági Károly: A vörsi langobard temető újabb ásatási eredményei

Neue Ergebnisse der Ausgrabungen auf dem langobardischen Gräberfeld von Vörs Die Gräber 1—9 des langobardischen Gräberfel­des in der Gemarkung der Gemeinde Vörs, Korn. Somogy, wurden vorher veröffentlicht. Die neuge­fundenen Gräber 10—37 werden in diesem Aufsatz behandelt. Das Gräberfeld konnte so weitgehend umgrenzt, dass seine Erschliessung als beendet gilt. In den 37 Gräbern wurden 41 Tote bestattet; so­mit lässt sich die Sterblichkeitsziffer der Volks­gruppe dieses Gräberfeldes zur Zeit der Langobar­denherrschaft in Pannonién (546—562) in zwei Toten pro Jahr feststellen. Obwohl alle Gräber ausgeraubt waren, weist doch das gewonnene Fundmaterial darauf hin, dass sich hier die obere Schicht der Langobarden begraben Hess. Die Aufwühlung der Gräber erfolgte im Jahre 568, während des Auszuges der Langobarden nach Italien. Das langobardische Reihengräberfeld von Vörs war ein Sippenfriedhof von adeligen Geschlechtern, deren Männer, Frauen und Kinder dort gemischt beigesetzt wurden. In einer Reihe wurden die ge­schlossenen Gruppen der Sippe bestattet, innerhalb der Reihe wurden die Plätze für die Familienmit­glieder freigelassen. Das Nebeneinander der Gräber kann also als Beweis für die chronologische Reihen­folge keinesfalls gebraucht werden. Eine Untersu­chung des antropologischen Materials in Betracht des Lebensalters erfolgte noch nicht. Somit ist eine ausführlichere Behandlung der Ausbildung des Grä­berfeldes augenblicklich noch unmöglich. Die grös­seren leeren Flächen auf dem Gebiet des Gräber­feldes sind als sinnblidliche Bestattungen aufzufas­sen. Dieselben mögen das Andenken der in der Ferne gefallenen Krieger zu verewigen haben. In diesem 22 Jahre lang gebrauchten Gräberfeld wurden die älteren und jüngeren Gegenstandstypen manchmal in einem Grabe befunden. Eine Datie­rung auf Grund der Typologie stösst also hier auf die grössten Schwierigkeiten. Hochinteressant ist im Fundbestand eine S-Fibel des Grabes 21. Im Mittelfeld derselben, an beiden Enden des Mittelfeldes, ist je eine Schlange mit aufgemachtem Maul zu sehen. Es handelt sich hier um das Sinnbild des Wodan. Da bei den älteren Typen an Stelle des späteren Vogelkopfes mit Krummschnabel, an beiden Enden der S-fibel, der Tierkopf mit aufgemachtem Maul zu sehen ist, muss irgendwelcher Zusammenhang zwischen diesen S-Fibeln und dem Wodan-Kult bestanden haben. Aus diesem Grund mag auch im Bandgeflecht des aitgermanischen Stils II ein Sinnbild der Schlange verborgen sein. Bei der §-förmigen Fibel des Grabes 32 und bei den beiden S-förmigen Fibeln des Grabes 33 sind unter den roten Glaseinlagen G oldfolien, verziert mit Punktkreisen in Verteilung einer Gitterform, zu sehen. Bei Verzierung der Goldfolien der er­wähnten Fibeln ist eine solche Übereinstimmung der Masse feststellbar, dass die Voraussetzung einer gemeinsamen Werkstatt für die erwähnten Fibeln als völlig begründet erscheint. Diese Werkstatt ist in Byzanz zu suchen. Auch ein farbiger Spinnwirtel aus Glas des Grabes 32., sowie der Filzstoff des Grabes 15 (erhalten in Bruchstücken und unter­sucht mikroskopisch durch M. Füzes) sind für by­zantinische Importwaren zu betrachten. Im Grab 26 wurden zwei Tierkopf-förmige Knöpfe von zwei verschiedenen Sprossfibeln gefun­den. Verfasser meint, dass darin sich der ostgotische Einfluss offenbare. Es lässt sich voraussetzen, dass Ostgoten südlich des Balaton auch zur Zeit der Langobardenherr­schaft gelebt hatten. Somit wird es nicht notwen­dig, diesen Einfluss von Italien her abzuleiten. Die Vogelfibel des Grabes 17 und der silberne Seiherlöffel scheinen Importstücke aus der westger­manischen Welt zu sein. Die Keramik, die Bestattungsriten und Sarg­typen sind nicht als typisch langobardisch zu be­trachten; in denselben wiederspiegeln sich nur mehr allgemein-germanischer Geschmack und Brauch. Károly Sági

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