Veszprém a török korban (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 9. 1998)

Dávid Géza: Török uralom Veszprémben (1552–1566)

Géza Dávid TÜRKISCHE HERRSCHAFT IN VESZPRÉM (1552-1566) Da nur wenige Quellen vorhanden sind, können die Jahre, in den Veszprém unter osmanischer Herrschaft war, in erster Linie nur aus verwaltungsgeschichtlicher Sicht präsentiert werden. Nach kaum etwas mehr als einem Monat, als der Pascha Hâdim 'Ali und seine Budaer Beglerbeg-kräfte am 1. Juni 1552 die Burg besetzen, wurde für dort beg Mehmed als Sancakbegi ernannt. Bis dahin war er mit einer ziemlich beschieden Pfründe als Za 'im in der Gegend tätig. Eine Analyse seiner Baucheinkommen bietet mehrere interessante Lehren und es stellt sich schließlich heraus, daß beg Mehmed durch die angewandten finanziellen Machenschaften schlecht weggekommen ist. Aus türkischen und später ungarischen Dokumenten können wir ihn bis Mai 1558 in dieser Position verfolgen. Zu jenem Zeitpunkt griff er ­wahrscheinlich von persönlicher Rache getrieben - mit dem Székesfe­hérvárer Beg Veli das Mohácser Sancakbegi Arslans an. Infolge dieser eigenmächtigen Aktion wurde er abgelöst, ja sogar die Verwaltungsein­heit selbst aufgelöst, und Veszprém wurde von da an von Székesfehérvár aus regiert. Über die Ausbreitung der Sancak gibt es keine sicheren Anhaltspun­kte, und die Osmanen haben auch nicht nach der Einnahme die Steuer­fähigkeit von Veszprém ermessen: Auch nach 1552 sind nur ganz niedri­ge Beträge angeführt, die noch früher als "erhoffte Einnahmen" festge­halten wurden. Von der Gegend ist nur eine Cizye-Aufstellung aus den Jahren 1563­1565 bekannt, allerdings fehlt darin gerade die Namensliste von Veszp­rém, beziehungsweise ist nur bruchstückweise angeführt. Als Aufgrund dieser können über die Bevölkerungszahl nicht einmal weitläufige Schätzungen riskiert werden. Wahrschheinlich sind von hier, ähnlich wie bei den anderen Verwaltungszentren, viele von den ureingesessenen Un­garn weggezogen. 29

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