Mindszenty József Veszprémi püspök 1944-1945 (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 7. 1996)
Mészáros István: Ismeretlen Mindszenty-iratok 1911–1975
István Mészáros UNBEKANNTE MINDSZENTYSCHRIFTEN 1911-1975 Der Verfasser lenkt die Aufmerksamkeit auf solche Mindszenty-Schriften, die bisher vor den Forschern unbekannt waren. Damit will er beitragen, die ziemlich einseitige Beurteilung von Mindszenty zu verändern, anderseits bietet sich dadurch die Möglichkeit, einige allgemeine Schlußfolgerungen zu ziehen. 1. Hat der Veszprémer Bischof mit seinen Werken und seiner Tätigkeit tatsächlich politisiert? Politisierte er später als Erzbischof von Esztergom? Mischte er sich in die Politik ein? Die Historiker der letzten Jahrzehnten versuchten ihn in der Öffentlichkeit als "Politiker" darzustellen. Das ist ein Irrtum: Mindszenty politisierte nicht, er war an den poltischen Streitigkeiten nicht beteiligt, aber als Oberhaupt der ungarischen katholischen Kirche - im Einverständnis mit dem Episkop - äusserte er seine Meinung über die moralischen Fragen bezüglich des Landes, der Gesellschaft und der Staatverwaltung, über die grundsätzlichen humanischen Gesichtspunkte und über die allen gebührenden Freiheitsrechte. 2. Mindszenty hat die sich damals entfaltende neue heimische "Volksdemokratie" nicht gelobt und nicht begrüßt (hinter deren Kulissen von gewissen Personen schon die Proletardiktatur vorbereitet wurde). Er hat nicht von Opposionsgeist getrieben gehandelt, sondern darum, weil sowohl der Glauben der ihm anvertrauten mehreren Millionen ungarischen Katholiken, als auch die grundlegenden Freiheitsrechte der Einwohner des Landes ernst gefährdet waren. Auch er wünschte seinem Volk materiellen Wohlstand und geistlichen und kulturellen Fortschritt, aber nicht auf Kosten der Entnahme und Zerrüttelung des religiösen Lebens. 3. Der Vorwurf der marxistischen Historiker ist auch heute noch in ihren Schriften zu lesen: der Kardinal Mindszenty verurteilte und tadelte die Demokratie, den Fortschritt des Volkes. Die Sache war jedoch ganz anders: Minszenty und seine Bischöfe, die Priester und die Gläubigen - ihre Zahl beträgt mehrere Millionen! - haben niemanden und nichts getadelt, sie haben sich bloß gewährt: sie wollten ihren Glauben, ihre religiöse Überzeugung und ihre eigenen Institutionen bewahren. Die Führer der katholischen Kirche haben mit festen Argumenten die von ihnen 76