Veszprém kora középkori emlékei (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 5. 1994)

Kovács Éva: Gizella királyné keresztjének feliratai és ikonográfiája

Victor, d.h. vom siegreichen Christus erwarten die zwei neben dem Suppe­daneum abgebildeten Giselas, Mutter und Tochter ihr heil. Die hintere Sei­te ist von noch größerer Perspektive als die Theopanie der Vorderseite. Neben dem hier abgebildeten Christus-Triumphans weisen die vier Le­benswesen auf die ezechielische und apokalyptische Gottesvision hin, wo den Gottesthron das Kreuz, das Heilige Kreuz vertritt, dessen Glorreichhe­it eben der daran erlittene Kreuztod symbolisiert. Der frühere östliche pat­ristische Gedanke, daß das Kreuz durch den Kreuztod zu einem kosmis­chen, bis zum Himmel reichenden Baum gewachsen ist, wurde durch die Wellenornamentik symbolisiert. Auf das himmlische und irdische Glorreichtum des Kreuzes deutet die unvollständige Inschrift an den Schmalkanten des Kreuzes hin, dessen vollkommene Klärung die eigentliche doch, leider, nicht realisierbare Ziel­setzung dieser Studie gewesen wäre. Die später mit Goldblech verbesserten Inschriftfragmente und Bruchteile sind auf ihrem originalen Platz zu finden und laufen im Sinne des Uhrzei­gers. Aller Wahrscheinlichkeit nach gab es vier längere Bänder, die von oben, ungefähr von der Mitte aus angefangen haben. Leider ist der erste Satz völlig verloren gegangen. Die folgenden könnten statt des bisher übli­chen zusammengesetzten Lesens folgenderweise ergänzt werden: ... (ar­bor) EM. DOMINI. XP I. SVB. HONORE. SACRATAM. ANGELICI. CIVES. QUAM X PICO (lae gentes semper) GLORIFICANT. STTPANT. VENERANTVR. ADORANT, (daß Holz des Herrn Christus, unter Ehren geheiligt, das die engelhaften Bürger und die christlichen Völker unend­lich verherrlichen, umdrängen, verehren, anbeten.) Die repetierende komponierende Weise mit den zwei Korpussen ähnelt dem einstigen, zu einem Königsmantel umgestalteten Messegewand aus Székesfehérvár (Budapest, MNM.), das im Jahre 1031 zur tausendsten Jahreswende des 30 jährigen Jesus gefertigt wurde und in dessen soteriolo­gischem Programm großer Perspektive die Gestalt Christi siebenmal ers­cheint. Es könnte eigentlich angenommen werden, daß sowohl das Kreuz, als auch das Messgewand in Ungarn gefertigt wurde und die Herstellung­szeit nicht sehr weit von dem des Messgewandes liegt, d.h. es könnte im dritten oder vierten Jahrzehnt des 11-ten Jahrhunderts gewesen sein. 33

Next

/
Thumbnails
Contents