Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

András Uzsoki: Das Passauer Gizella-grab im Spiegel der neuen Forschungen

Birkner kam nach der Untersuchung zu folgenden Feststellungen: „Das Skelett gehörte zweifellos einer Frau. Dafür spricht die Form des Schädels, die steile gewölbte Stirne, die verwischenen Stellen der Muskelinsertion, so wie auch die Eigenschaft der länglichen Knochen, daß, obwohl sie ziem­lich lang ... doch aussergewöhnlich graziell sind ... Die Körpergröße war ­aller Wahrscheinlichkeit nach - über 170 cm, was bei Frauen ziemlich sel­ten vorkommt... Auf das hohe Alter zeigt, daß die Schädelnähte fast völlig zusammengewachsen waren... Die Zähne waren aussergewöhnlich schlecht; die Zähne sind noch zur Lebenszeit des Verstorbenen ausgefal­len... Die eindringliche anatomische Untersuchung der Knochen führte zum Ergebnis, daß das Skelett einer - wenigstens 60-70-jährigen - großwuchsi­gen Frau mit graziellem Knochengerüst gehört haben musste." Aufgrund der anthropologischen Datierung und der historischen Daten kam Schmid zur Schlußfolgerung, daß Gizella zwischen 1055-1060 gestor­ben sei. Diese Meinung ist im wesentlichen anzunehmen, doch zu jener Zeit galt sie als eine ausserordentlich sensationelle Feststellung, denn auf der Grabplatte des um die Jahre 1420 gefertigten Kenotafium konnte man in dem mit gotischen Buchstaben eingemetzten Text die Jahreszahl 1095 sehen. Das ist eine völlig irreale Zahl und war sicher ein grober Fehler des Steinmetzers, was im Mittelalter nicht selten vorkam. Untersucht man gründlich die gotische Grabplatte, so kann man auch andere fehlerhafte Stellen darauf finden. Der Steinmetzer hat von der Grabplatte aus dem 11­ten Jahrhundert die Aufschrift GISYLA ABBATISSA übernommen, doch zugleih hat er in den Text, der auf dem Rande der Grabplatte stand, den Namen der Königin als GISULA eingemetzt. Als Geburtsdatum der Gizel­la haben die Geschichtschreiber in allgemeinem das Jahr 985 angenom­men, laut dessen müßte sie im Jahre 1095 110 Jahre alt gewesen sein. Ein solches Methusalemalter zu erreichen war in dem frühen Mittelalter ganz einfach ausgeschlossen. 4. Die ikonographische Bewertung der Grabplatte aus dem 11-ten Jahrhundert In dem etwas vertieften Feld der aus weißem Kalkstein gemetzten recht­eckigen, 154 x 54 cm-großen und etwa 30 cm dicken Grabplatte ist eine re­liefartige Darstellung seines Vortragekreuzes mit einem spiralartigen Griff zu sehen, an dessen horisontalen Stielen zwei einander gegenüberstehende Adler mit hochgestreckten Flügeln dargestellt sind. Auf den vier Stielen des Kreuzes ist die abgekürzte Form von CRVX CHRISTI: CRVX XPI zu sehen. Am oberen Rand der Grabplatte ist die Abkürzung: NONIS MAII, d.h. der Tag und Monat des Todes eingemetzt, davon ist nur mehr NON 75

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