Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

András Uzsoki: Das Passauer Gizella-grab im Spiegel der neuen Forschungen

daß Gizella für ihre Großzügigkeit und guten Taten bekannt war-, hier in Ungarn alt wurde, aber darüber schrieb er nicht, daß sie hier gestorben wä­re. In den letzten Jahren beschäftigte sich Franz Joseph Schmale mit der Tätigkeit des Weltchronikers Hermann der Lahme und stellte fest, daß er am frühesten im Jahre 1048 in endgültiger Form das von uns zitierte Werk geschrieben haben musste, das auch als Quellematerial zahlreicher schwei­zer, deutscher und österreichischer Chroniken diente. Der Schüler des schon im Jahre 1054 verstorbenen Hermanns, Berthold setzte die Arbeit in einer analistischen Form fort und umarbeitete das Werk im Jahre 1075 zu einer ausgesprochenen Chronik. Die darin befindlichen Daten gelten auch heute noch für die authentischsten Notizen aus dem 11-ten Jahrhundert. Unsere andere authentische Quelle stammt von Wolfherius Hildeshei­mensis dem Annalisten des Niederaltaicher Klosters, das westlich von Pas­sau, am Donauufer gelegen war: Annales Altahenses maiores. Der Annalist schrieb, daß sich das Verhältnis zwischen dem König Péter und der Köni­ginwitwe Gizella sehr verschlechtert hat und zwar schilderte er es fogen­derweise: Péter, als sicherer Thronfolger hat noch zu Lebzeiten des Königs Stephan mit einem Eide beteuert, die Königin Gizella, ihre Grundbesitze und ihre von Stephan geschenkten Güter auch nach dem Tode ihres Ge­mahls in Ehre zu halten. Péter jedoch trat schon in der ersten Phase seiner Herrschaft gnadenlos gegen die Almosenspenderin Gizella auf und hat de­rer Güter, Grundbesitze, ja sogar ihr Geld beschlaggenommen. Infolge die­ses beispielslosen Verhaltens gab es nicht nur zwischen der Witwe und Pé­ter Zwiespältigkeiten, es empörte auch die Hofleute des Königs Stephan, die die Rechte der Königin Gizella verteidigten. Der Annalist schrieb dies über das Jahr 1041, also im Jahr des ersten Sturzes Péters, als auf Wunsch von Gizella, die leitenden Presönlichkeiten des Landes dem König geraten hatten, die Ungerechtigkeiten Gizella gegenüber einzustellen und ermahn­ten ihn, wenn er der Königin ihre Rechte nicht wiedergibt, so entsagen sie sich seines Dienstes, obwohl sie nicht zu Ehrenbrechern werden wollten. Die Daten der Annalen erwiesen sich als authentisch und entsprechen auch in ihren Einzelheiten der Wahrheit. Die in dieser Weise geschilderten Zustände und unerträglichen Umstände bedeuteten für Gizella den siche­ren Tod. Daraus gab es nur einen Ausweg: die Rückkehr nach Bayern. Eine si­chere Möglichkeit ergab sich im Mai 1045, als Kaiser Heinrich Ш. vom König Péter zu Pfingsten nach Fehérvár eingeladen wurde. Da nahm er auch die Kro­ne des Hl. Stephans und seine Lanze mit. Das war die einzige Gelegenheit, wo die Witwekönigin das Land in Begleitung des Kaisers verlassen konnte. In das Passauer Niedernbrugkloster zog sie durch ihren verstorbenen Bruder Heinrich IL, der im Jahre 1010 dem Kloster den Titel eines Reichs­monostors verlieh. Auch diese Tatsache wäre eine logische Erklärung für das dort errungene ehrenvolle Amt einer Äbtissin. 73

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