Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

Praznovszky, Mihály: Königin Gizella in den ungarischen historischen Dramen

über, der den Helden der Freiheit der Nation, der heimischen Tradition, des Morals und Glaubens vertrat" schrieb über das Stück Bodnár Zsigmond. Er fügt noch hinzu, daß ein solches Stück in Ungarn nie Erfolg haben kann, denn „das Leben der Nation ist seit Jahrhunderten nichts anders als ein ununterbrochener Kampf gegen den Einfluß und Eindrängung der Auslän­der." Das kann einfach nicht möglich sein, daß „ein deutscher Führer den Helden der ungarischen Freiheit besiegt." Merkwürdigeweise gerieten die Zuschauer während der Aufführung je­desmal in ein Konflikt. Wobei alle davon überzeugt sind, daß alles, was König István tat, richtig, gut war und daß er den einzig guten Weg gewählt hatte, wenn auf der Bühne eine ungarische Figur erscheint: Kupa, Vazul, Sebő, Rádó, Csete, Zerénd, Réka, so begann ihr Herz schneller zu klopfen und die meisten drücken die Daumen für sie. Mag sein, daß wir alle in ge­heimerweise „Koppánys" blieben? In dem Stück von Katona hat sich Kupa, der laut des Verfassers der Füh­rer der Sümeger Burg war, gegen die „Schmeichler", den Einfluß der Deutschen, gegen das Verzichten auf die ungarischen Traditionen und das ungarische Wesen eingesetzt hat und deswegen zum Schwert griff. István ist weise, gesetzt und friedliebend. In ihrem Endkampf, dessen Schauplatz die attakierte Veszprémer Burg war, ist die Gestalt von Gizella kaum er­schienen und kam auch nicht zu Wort, aber als sie doch zu Wort kam, zei­gen sich auch schon wieder die zwei Elemente der Beurteilung der Gizella. Das eine: ihren Mann liebend schützendes Element unter den wilden rebel­len Ungarn. Das andere Element: ihr Deutschtum, das für sie wohl undirekt aber doch eine Mission bedeutete: sie symbolisiert in dem Barbarenland das Christentum und sie sieht ihre Aufgabe darin, dies unter allen Umstän­den aufrechtzuerhalten. Diese zwei Gefühle kämpfen gegeneinander in ih­rem Inneren und das Erreichen einer Harmonie verursacht in ihr ernste see­liche Konflikte: „István, wenn ich nicht deine Gemahlin wäre, so schwöre ich auf den lebenden Gott, würde ich meine Liebe betrauern und in meine Heimat zurückkehren - ich würde meinem Vater sagen: du grauer Mann, deine Tochter ist viel zu Stolz, als sich auf den Thron eines Volkes zu set­zen, das sich des Bundes mit den Deutschen schämt." In dem Drama von Sík Sándor verstärkt sich dieser Konflikt. Man kann ruhig behaupten, daß hier das Motiv der Deutschfeindlichkeit schon ein be­wußtes und mahnendes Zeichen für die bevorstehende Gefahr war, die der Dichter durch seine geistige Anlage voraussah. Sein Drama spielt in der letzten Lebensperiode von István, in seiner anderen dramatischen Lage: wem soll die Krone, die Macht, das Land gehören? Was soll aus dem Volk, das eben erst durch Europa anerkannt wurde, werden? Ob es sieht zersplit­tern wird durch die Neigung der Ungarn zur Uneinigkeit, Streitigkeit und Habgierigkeit? Ob uns wohl der Ungarnhaß seitens der Nachbarnländer 105

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