Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)
Praznovszky, Mihály: Königin Gizella in den ungarischen historischen Dramen
außergewöhnlich edle Frau, aus der Sippenschaft der römischen Kaiser." Die Große Legende spricht etwas mehr über sie. Hier wird Gizella als eine ausgesprochen gottesfürchtende, fromme Frau dargestellt, die eine treue Dienerin der christlichen Kirche war, was selbstverständlich mit der Zielsetzung der Legende übereinstimmt: ein König, der heiliggesprochen werden sollte, kann nur eine Gemahlin mit ähnlichen Tugenden und gleichen Wertes gehabt haben. Wie war es nun in der Wirklichkeit? Man schreibt über Gizella: „Wie sie sich verhalten hatte und wie fromm, gutherzig und eifrig sie in der Gemeinschaft der Christen war, zeugen bis zum heutigen Tage die vielen Kreuze, kirchlichen Gefäße und die wunderbaren, meisterhaft gefertigten und gewebten Altardecken, vor allem aber die Kirche des Veszprémer Bistums, deren Fundament sie gelegt hatte und die sie mit vielen, dem Gott dienenden goldenen und silbernen Stücken und vielerlei Gewänden versehen hat. ' ' In der Legende über István des Heiligen vom Bischof Hartvik, der diese 20-30 Jahre später schrieb, können wir dieselben Zeilen über Gizella finden, was kein Zufall ist, denn dieser brave Bischof hat den Text der Legende wortwörtlich zu seiner Arbeit übernommen, mit der er vom König Kálmán beauftragt wurde. Fast zur gleichen Zeit mit dieser Legende entwickelte sich auch ein anderes, gegensätzliches Bild, das schließlich eine größere Wirkung in der ungarischen historischen Literatur ausübte und das sich in der Meinung der Öffentlichkeit viel mehr durchgesetzt hat. Der Verfasser der Ungarischen Urgesta - über deren genauen Zeitpunkt des Entstehens wir nichts wissen - schrieb zum ersten Mal, daß Königin Gizella den Befehl erteilte, Vazul blind zu machen: „István, als er schwer krank wurde, schickte seinen Boten, den Sohn von Etre namens Buda nach Nyitra, damit er Vazul, den er wegen einer in seiner Jugend begangenen Dummheit und Leichtsinnigkeit in Nyitra gefangenhielt, in den Hof begleite und ihn zum König krönigen lasse. Nachdem Königin Gizella dies hörte, hielt sie mit dem anderen, bösen Buda eine Besprechung und schickte den Sohn von Buda namens Sebes nach Nyitra und dieser hat Vazul - noch vor dem Eintreffen des Gesandten des Königs - die Augen ausgestochen und in die Ohren Blei gegossen..." Von dieser Zeit an, übernahm jede Chronik dieses Bild und diese Beurteilung der Königin Gizella, sowohl die Chronik von Kézai Simon, als auch die Képes Krónika. In diesem aus beweisbaren mehreren historischen Quellen zusammengestellten Werk wird Königin Gizella öfters erwähnt. In der Képes Krónika wurde Gizella zuerst so erwähnt, wie in der István Legende. Aber hier stand, daß sie die Székesfehérvárer Basilika und nicht die Veszprémer - mit goldenen Kreuzen, Kannen und Altartafeln, Kelchen, Perlen und anderen Schätzen bereichert hat. Genauso erwähnt man auf ei101