Sebestyén Gyula emlékére (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 1. 1989-1991)
Emőke Lackovits: Gyula Sebestyén 1864–1946
Feiertage. Das Studium der Volksdichtung hielt Gyula Sebestyén für besonders wichtig. Neben der beschreibenden Ethnographie betonte er die Wichtigkeit der analytischen Ethnographie, wobei er der Bestimmung der ethnischen Besonderheiten und der Erschliessung der Beziehungen von Volks- und Kunstdichtung besondere Aufmerksamkeit schenkte. Sein Interesse und sein Studium erstreckten sich auf das ganze Gebiet des Volksglaubens, der Volksbräuche und der Volksdichtung. Im Laufe seiner Untersuchungen wurde er aber auch auf die Zusammenhänge der Volkskultur und der historischen Angaben aufmerksam. In seinen Arbeiten wandte er den vergleichenden Studien und der Erschliessung der int er ethnischen Beziehungen bis ans Ende eine grosse Aufmerksamkeit zu, wobei er die Wichtigkeit der thematischen Forschungen betonte. Doch sammelte der Folklorist Gyula Sebestyén mit grosser Sorgfalt auch die gegenständlichen Andenken der Ethnographie: Trachten und Brauchobjekte. Bei seinen Tätigkeiten auf den verschiedensten Gebieten der Ethnographie hielt er die Geländearbeit für seine wichtigste Aufgabe. Mit seiner Unterstützung geleitete er viele junge Ethnographieforscher ihrer Wege. Von 1898 bis 1918 war er Mitherausgeber, später selbständiger Herausgeber der Zeitschrift „Ethnographie". Im Ausschuss der Ungarischen Ethnographischen Gesellschaft war er von 1892 an tätig. Von 1897 an war er Generalsekretär, von 1911 Vizepräsident, von 1917 Präsident und von 1920 Ehrenmitglied der Gesellschaft. Seine wissenschaftsorganisatorische Arbeit war mit der Tätigkeit der Gesellschaft aufs engste verbunden. Durch Erstellung von Plänen bemühte er sich um das Zustandebringen eines zentralen Museums und einer Bibliothek in Keszthely, sowie um den Bau eines ethnographischen Freilichtmuseums. Seine Vorstellung war die Errichtung ,, . . . einer solchen einheimischen wissenschaftlichen Institution, wie es ihresgleichen in Europa noch nicht gibt und kaum geben wird . . ." Dieser Plan wurde durch den Weltkrieg vereitelt. Seit 1920 lebte er auf seinem Weingut in Szepezd in seinem selbstentworfenen Sommerheim, doch hielt er zu dem wissenschaftlichen und öffentlichen Leben intensive Beziehungen aufrecht. Er rief die Balatongesellschaft ins Leben, gründete das Blatt Balaton-Kurier und das Balaton-Jahrbuch. Er schrieb aber auch die fünf Bände der ungarischen Heldensagen unter dem Titel ,,Gesta Hungarorum". Seine Anekdotensammlung ist in dem Band „Lächelnde Balaton-Erinnerungen (1935) enthalten. Unter dem Pseudonym „Bujdosó" (etwa: Heimatloser) schrieb er auch zwei monumentale Dramen (Ekkehard und Ungarisches Mysterium. Winterschauspiel). Die zwei wirklichen grossen Leidenschaften seines Lebens in Szepezd waren der Weinbau und die Winzerei sowie das Angeln. In vollständiger Geistesfrische und Schaffenskraft ereilte ihn der Tod am 12. Februar 1946. Sein Grab ist am unteren reformierten Friedhof in Köveskál zu finden. * * * Gyula Sebestyén : Balatoni Emlékmúzeum Badacsonyban (Erinnerungsmuseum Balaton in Badacsony) Budapest, 1939. Gyula Sebestyén: Keszthelyi országos könyvtár és dunántúli központi múzeum (Landesbibliothek zu Keszthely und Zentralmuseum für Transdanubien). Budapest, 1921. 15