Perémi Ágota (szerk.): Hadak útján. Népvándorlás Kor Fiatal Kutatóinak XXIII. konferenciakötete (Veszprém, 2016)
Prohászka Péter: Karl Ludwig Moser és egy népvándorlás kori fülbevalópár a szlovéniai Tomajból
Péter Prohászka KARL LUDWIG MOSER UND EIN VÖLKERWANDERUNGSZEITLICHES OHRGEHANGEPAAR AUS DER SLOWENISCHEN TOMAJ Im Beitrag wird ein Bericht des Gymnasialprofessors und Laienforscher Karl Ludwig Moser an der Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst und Historischen Denkmale in Wien vom 11. April 1907 veröffentlicht. Moser stammte aus der böhmischen Teschen, studierte an der Universität Wien Naturgeschichte und war zuerst in Krems und Teschen als Gymnasiallehrer tätig. Er wurde als Professor der Naturgeschichte, Physik nach Triest 1873 berufen. Zuerst beschäftigte er sich mit Mineralogie und erst ab 1883 mit Ur- und Frühgeschichte bzw. Höhlenforschung in der Küstenlande. Moser wurde später als Korrespondenz der Küstenlande gewählt und berichtete über seine Beobachtungen und Forschungen die k. k. Zentralkommission in Wien. Diese Berichte befinden sich im Staatsarchiv und bekamen bisher nur wenig Beachtung. In seinem hier veröffentlichten Bericht schrieb Moser über ein Körpergrab, der in Gradisce oberTomaj zum Vorschein kam. Im Grab befanden sich zwei bronzene Ohrringe, von denen einen er auch auf dem Blatt zeichnete. Dieser Fund war bisher unbekannt, obwohl sich die Ohrgehänge wahrscheinlich in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums befinden. Anhand der Zeichnung gehört der Ohring in der Gruppe der Ohrgehänge Typ „Buzet" bzw. mit drei Ringen. Sie kommen hauptsächtlich in Italien, Sizilien und Istrien vor, aber sie häufen sich besonders in Norditalien und Istrien. Ohrgehänge mit drei Ringen kommen in den Frauengräbern der romanischen Bevölkerung vor, obwohl sie bei den eingewanderten Ethnisch gemischten Gruppen auch getragen wurden. Sie erscheinen in der ersten Hälfte des 7. Jahrhundert und wurden im Laufe des 8. noch getragen. 127