Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892
Neue Gegenstände und Orte des kollektiven Gedächtnisses Jubiläen neigen in der Regel dazu, neuerlich dauerhafte Erinnerungszeichen zu schaffen. In Wiener Neustadt betrachtete man die Grundsteinlegung für die Türme der Pfarrkirche (die Vollendung erfolgte 1899) voll Stolz als bleibendes Andenken an die Jubiläumsfeier und „monumentum" für künftige Generationen, als Zeugnis „von der Eintracht und dem Biedersinn" sowie von der Spendenfreudigkeit der Bewohner. 31 Weiters wurden an Häusern, in denen berühmte Personen gewohnt hatten, Gedenktafeln angebracht. Der Gemeinde selbst fehlte es jedoch für größere Stiftungen, wie sie bei anderen Jubiläen üblich waren, an Kapital. Daher sprang ein kirchlichen Kreisen nahestehendes „Komitee des Vereines der Kinderfreunde" ein. Als ein „dauerndes und nützliches Werk wahrer Wohltätigkeit, echter Humanität und Menschenliebe, ein Werk edlen Bürgersinnes für die Gegenwart sowohl wie für die ferne Zukunft" projektierte es die Errichtung eines Mädchenheimes als Pendant zum 1885 gegründeten Knabenhort als philanthropisches Instrument gegen Müßiggang und Verwahrlosung. 32 Den Gewinninteressen einzelner Firmen diente eine bescheidene Souvenir-Produktion: Ein Fotograph bot ausgezeichnete Aufnahmen an; ein Textilhändler ließ ein Tuch mit einer Stadt-ansicht aus dem 17 Jahrhundert und einem entsprechenden Aufdruck herstellen; eine Verlagsbuchhandlung brachte einen Stadtführer heraus, 33 ein Bürgerschullehrer veröffentlichte einige historische Skizzen, die er der Jugend Wiener Neustadts widmete, 34 und der später angesehene Historiker Joseph Mayer schrieb einen kurzen stadtgeschichtlichen Rückblick, welcher ein ausgeprägtes Heimatbewußtsein mit einem romantischen Geschichtsverständnis zu verbinden suchte. 35 Doch auch Institutionen wie Privatpersonen strebten mit aktuellen Beiträgen in gleicher Weise nach Prestige wie nach Verewigung: Der Schützenverein gab eine Medaille in Auftrag, welche Herzog Leopold V bzw. einen Löwen mit dem Stadtwappen zeigte und den Vereinsnamen trug. 36 Die Gattin des wohlhabenden Fabriksbesitzers Heinrich Burkhard wieder komponierte einen „Jubiläums-Festmarsch" und widmete diesen dem Bürgerkorps, 408