Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892

gehenden Nord-Süd-Verbindung sowie als Ausgangspunkt der Straße nach Westungarn; seit dem Bau der Südbahn (ab 1841) entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Bahnknoten (1847 Linie nach Ödenburg, ab 1871 „Pottendorfer Linie", 1881 Aspang­bahn). Wiener Neustadt war weiters ein wichtiger Industriestandort namentlich im Bereich der Metallverarbeitung (besondere Bedeu­tung erlangte die 1842 gegründete Lokomitivfabrik), aber auch der chemischen Industrie und der Textilereugung. Ein hochdifferen­ziertes Gewerbe versorgte Stadt und Umland mit seinen Produkten; Sparkasse (1860) und Vorschußverein (1865) etablierten einen über­regionalen Spar- und Kreditmarkt. Darüber hinaus präsentierte sich Wiener Neustadt als Verwaltungsmittelpunkt, als Schulstadt (There­sianische Militär-akademie 1752, Realschule 1863, Staatsgym­nasium 1871, Landes-Lehrerseminar 1876, u. a. m.) sowie als Sitz zahlreicher sozialer wie kultureller Einrichtungen und Vereine. Ab den 1880er Jahren setzte ein verstärktes Bevölkerungswachstum ein; 1890 zählte man (einschließlich Militär) 25 040 Einwohner. Etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vollzog sich auch eine rasche territoriale Ausdehnung der Siedlung über den mittel­alterlichen Kern hinaus; mehrere neue Wohnviertel entstanden, die Häuserzahl wuchs auf 1 309 Dabei kam es auch zu einer laufenden Modernisierung der Verkehrs- und der technischen Infrastruktur. Die politische Macht lag seit den Wahlen von 1886 fest in den Händen der Mandatare des „Deutschen Volksvereins" (1883), der aus dem „Verein zur Wahrung der Volksrechte" (1868) bzw. dem „Fortschrittsverein" (1871) hervorgegangen war. Diese liberale Gruppierung, welche sich als „Vereinigung der Gesamtheit der fortschrittlichen Männer" bezeichnete, stellte 1892 26 der 30 Ge­meinderäte sowie mit dem Advokaten und Landtagsabgeordneten Dr. Carl Haberl auch den Bürgermeister. Sie rekrutierte sich vor­wiegend aus Professoren, Vertretern freier Berufe, Fabrikanten sowie größeren Kaufleuten und Gewerbetreibenden. Das publizis­tische Sprachrohr dieser Honoratiorenkreise bildete das 1883 ge­gründete, wöchentlich erscheinende „Deutsche Volksblatt". Die Minorität vertrat der antiliberale, 1873 gegründete „Verein zur Wahrung bürgerlicher und gewerblicher Interessen", auch kurz 396

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