Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Városkép - Varga Éva: A „modernizáció” Kaposváron a városkép változásainak tükrében
ÉVA VARGA Die „Modernisation" in Kaposvár am Beispiel der Veränderungen des Stadtbildes Die Nostalgie der Ungarn nach den „glücklichen Friedenszeiten" bewahrte sich bis zum heutigen Tage. Man meint, daß die Bewohner des Königreiches, deren Fläche dreimal so groß war wie die des heutigen Ungarn, die Zeitspanne zwischen 1867-1914 trotz seiner Widersprüche als eine ununterbrochene Modernisation erlebt haben. Frage ist nun, wieviel davon eine Illusion ist, die Wirkung einer psychischen Bewegungskraft, ein idyllisches Allgemeinbild der verschönerten Vergangenheit, die - näher betrachtet - viel mehr widersprüchlich ist. Dieses Dilemma wirft folgende grundlegende Frage des Historikers auf: Wieviel davon ist ein Mythos und wieviel die Realität. Die Studie wurde aus der Sicht des Lokalhistorikers geschrieben. Sie ist eigentlich die Fortsetzung einer Studie, die in den Nr. 5-6. von „História" 1996 unter dem Titel „Eine schmutzige Provinzstadt zur Zeit der Jahrhundertwende (Milleneumfeier in Kaposvár)" erschienen ist. Da es hier um eine nicht von allen bekannte Kleinstadt geht, versucht sie die markantesten Merkmale der Veränderung des Stadtbildes und dessen allgemeine und typische Züge in einer lebensnahen und modellartigen Weise aufzuzeigen. Die Veränderungen werden in drei Epochen eingeteilt: Jahre der Reformzeit, des Milleneums und 1910. Die Studie bietet ein komplexes Bild der Epoche. Sie sucht und findet Zusammenhänge zwischen der Kapitalisierung des Wirtschaftslebens, den Folgen der industriellen Revolution, der modernen Fachverwaltung, den Veränderungen der bürgerlichen Lebensformen und der Umgestaltung des Stadtbildes. Mit Hilfe von Zitaten aus der zeitgenössischen Presse und der mündlichen Überlieferung gibt sie eine erlebnissreiche Beschreibung des einstigen Kleinstadtmilieus. 379