Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Bevezető - Gyáni Gábor: A polgári átalakulás problémái

GÁBOR GYÁNI Probleme der Verbürgerlichung Der Ausdruck „Verbürgerlichung" ist ein für Mittel-Europa und für Ungarn typischer Terminus, der zum Beispiel ins Englische nicht einmal zu übersetzen ist. Wenn wir es doch versuchen, können wir diese Erscheinung nur mit dem französischen Wort „embour­geoisement" umschreiben. Wir können aber doch nicht ganz sicher sein, dass das angelsächsische Publikum darunter das gleiche ver­steht. 'Verbürgerlichung' bedeutet die Umwandlung in die Markt­wirtschaft, ins kapitalistische Gesellschaftssystem, in eine verfas­sungsliberale, demokratische Staatsverwaltung und politische Kultur. Wenn wir aber über das eine oder andere unter diesen im Zusammenhang mit der Verbürgerlichung sprechen, brauchen wir die Beziehungen zwischen den obigen Gebieten nicht zu betrachten. Die streng nur auf die Wirtschaftsgeschichte begrenzte Forschung, die darauf basierende Geschichtsauffassung, die bei uns jahr­zehntelang die Arbeiten der Historiker bestimmte, zielte im Zusammenhang mit der Marktentwicklung auf die Modernisation selbst. Daher ist es zu verstehen, dass wenn der Forscher ein anderes Thema - wie z. B. die Gesellschaft - aufgegriffen hat, musste er sich mit Statistiken in Bezug auf die Klassenstruktur zufrieden geben. Dieses Verfahren entsprach durchwegs seiner marxistischen Auffassung, die das Marktsystem nur mit dem Begriff Klassenstruktur verknüpfen konnte. Eben weil die Histo­riker wegen ihrer wirtschaftsgeschichtlichen Erfahrungen davon überzeugt waren, dass der Markt nach dem Ausgleich auch bei uns in Ungarn ein dominierendes Institut der Wirtschaft wurde, war es für sie nicht zweifelhaft, dass die gesellschaftliche Makrostruktur durch Klassen strukturiert ist. Die erste Frage bezieht sich auf eine gesellschaftsstrukturelle Definition des Bürgers. Seit der soziologischen Diskussion der Jahrhundertwende (Sombart, Weber) wird der Bürger als eine Per­sönlichkeit ohne adeliges Ethos betrachtet, die arbeitszentrisch ist, 22

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