Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)
Hannes Stekl: Unternehmer in Klein- und Mittelständten Österreichs (1848–1918)
Beratung der Gemeindeordnung delegiert. Er kam hier erstmals mit führenden böhmischen Aristokraten als Vertretern des Großgrundbesitzes (darunter den Fürsten Carlos Auersperg und Karl Schwarzenberg sowie den Grafen Albert Nostitz und Heinrich Clam-Martinitz) in Kontakt. Es dauerte trotz des „ausgesucht höflichen Benehmens" der „hohen Herren" einige Zeit, bis er seine Verlegenheit ablegen und seine Sachargumente unbefangen vorbringen konnte (und bereits Ansätze zu geschicktem politischen Taktieren zeigte). Doch selbst nach diesen ersten Erfahrungen zeigte Wolf rum selbst noch im Reichsrat, dem er seit 1867 angehörte, eine große Scheu vor Reden vor einem größeren Forum. 13 Als Mandatare bildeten die Unternehmer Bindeglieder zur Welt der maßgeblichen Persönlichkeiten und der Entscheidungsinstanzen in den Landeshauptstädten bzw. in der Residenzstadt Wien. Ihre Informationen über die Tätigkeit in übergeordneten politischen Gremien machten so manche EntScheidungsprozesse auf der städtischen Ebene erst verständlich; ihre Verbindungen zu maßgeblichen Politikern sicherten den Heimatgemeinden bisweilen wirtschaftliche Vorteile und trugen so zum Abbau von regionalen Entwicklungsdefiziten bei. 3. Unternehmer in der städtischen Gesellschaft Zahlreiche Klein- und Mittelstädte der Monarchie zählten zur „Peripherie" oder „Provinz". Hier waren gesellschaftliche Subsysteme noch gering ausgeprägt, die Lebensvollzüge waren noch weniger anonymisiert, sondern stärker in kleinräumigere Sozialbeziehungen eingebunden. 14 Alle Handlungen städtischer Honoratiorengruppen standen daher im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Formen und Ausmaß der Integration von Unternehmern in die städtische Gesellschaft gestalteten sich unterschiedlich. Starke Spannungen waren keineswegs selten. So vermerkte das Gedenkbuch der Stadt nordböhmischen Stadt Braunau im Jahr 1883 über das gescheiterte Fabriksprojekt des Textilindustriellen Josef Schroll: „Die Gemeindevertretung, unter dem Enfluß des herrschsüchtigen und dem Hause Schroll feindlichen Bürgermeisters N.N." stellte beim Grundverkauf für den Bau einer Spinnerei einige für den Unternehmer unannehmbare Bedingungen. Dieser errichtete den Betrieb daraufhin in der Nachbargemeinde Halbstadt. „Daß es kein Wun55