Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)

Tóth László: Zechmeister Károly, a vállalkozó győri polgármester

chen Charakters gab es infolgedessen nicht. Durch die Geltendmachung der bürgerlichen Interesse konnte die Stadverwaltung den Pragmatismus der alltäglichen behördlichen Administration weglassen und strebte eine zukunftorientierte und die Entwicklung fördernde Stadtpolitik zu führen. So war es auch in Győr, wo die Bürgerschaft von ihren gewählten Führern ein Unternehmungsunterstützendes Verhalten erwartete. Zur Zeit des Ausgleichs war Győr ein reiches Emporium und das Tran­sitzentrum des ungarischen Getreideexports in die westlichen Teile des Reiches. Aus den südlichen Teilen Ungarns, wo man sich vor allem mit Getreidebau beschäftigte (Tiefebene, Batschka, Banat) hat man das Ge­treide in Donauschleppern bis Győr geliefert, hier wurde es in Eisenbahn­waggons umgeladen und weiter nach Wien, in die Schweiz und in die südlichen Teile Deutschlands geliefert. In der ersten Hälfte der 1870-er Jahre hat infolge der großen Eisenbahnbautätigkeit in Ungarn der Donau­transport seine frühere Bedeutung verloren und dadurch kam auch die Handelspositions des Győrer Lloyds ins Schwanken. Die kapitalstarke Schichte der Győrer Großhändler nahm anfangs die für sie ungünstigen Marktverhältnisse resigniert zu Kenntnis und hat lange Zeit hindurch kei­ne Vorstellungen gehabt, wie sie diese schwere Krise überwinden sollte. Der Verein der handelstreibenden Bürgerschaft, der Handels-Lloyd versuchte nach einer gewissen Zeit seine Mitglieder dazuzubringen, ihr Kapital in industrielle Unternehmungen zu investieren. Infolgedessen kam in der zweiten Hälfte der 1870-er Jahre mehrere klein- und mittel­grosse industrielle Unternehmen zustande. Eine andere Form der Kapi­talanlage war, daß sie als Teileigentümer von schon funktionierenden industriellen Unternehmen bedeutende technologische Modernisierung oder Kapazitäterweiterungen durchführen ließen. Die derzeitige indu­strielle Basis umfasste ausser der Lebensmittelindustrie (Ölfabrik, Spiritusfabrik, Keksfabrik) auch schon andere Industriezweige (Maschinenfabrik, Zündholzfabrik, Gasfabrik, Ziegelfabrik). Diese Unternehmen wurden vor allem durch das deutsch-möhrische Industrie­und Bankkapital und das Handelskapital der Israeliten gegründet. Dane­ben tauchten bald auch die begabtesten Mitglieder und unternehmungs­lustigen Kleingewerbetreibenden auf, die nach neuen Wegen und Möglichkeiten suchten. Die Letzteren zeichneten sich als Kleinaktier besonders durch ihre Neugung zur Innovation aus. Durch den Aufschwung der Schichte der Privatunternehmer erhöhte sich die Zahl der Arbeitsplätze, verminderte sich die soziale Spannung 209

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