Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)

Kövér György: Dunántúli bankpiacok a dualizmus korában

gekannt haben. Die Studie macht uns mit dem Mechanismus der Wahlen am Beispiel der Zensorwahl in Győr und Nagykanizsa bekannt. Eine wichtige Tätigkeit der einzelnen Filialen war die Zusammenstel­lung des Kreditregisters. Darüber hinaus konnten die Filialen ihren Vorschlag auch auf Singularbehafter, d.h. auf die besten Schuldner ma­chen. Bei den ersten zwei Filialen in Transdanubien in Győr gab es unter den Vorgeschlagenen keine einzige Firma, in Nagykanizsa waren es ins­gesamt drei, die auf die Liste aufgenommen wurden. Die Vermögenab­schätzung der Vorgeschlagenen zeigte, daß nur eine einzige Firma (in Bares) ein Vermögen von 1 Million erreichte und zwei Firmen aus Győr eines im Werte von je halber Million. Das ist um so überraschender, da zum Beispiel auf der entsprechenden Budapester Liste von den 52 vor­geschlagenen Firmen und Personen im Jahre 1879 insgesamt 7 angegeben wurden, deren Vermögen man auf unter eine halbe Million schätzte. Wo waren die Bürgerunternehmer, die „Bankiazen" von Transdanubi­en in der ersten Epoche des Dualismus? — könnte man aufgrund der be­kannten Quellen die Frage stellen. Die möglichen Antworten lauten folgenderweise: 1. Sie zogen in die Hauptstadt, die ihnen eine grössere Entwicklunsgdy­namik sicherte; 2. Ihre wirtschaftliche Tätigkeit beschränkte sich auf einen so engen Bereich, daß sie vor dem Kreditinformationssystem der Österreichisch­Ungarischen Bank verborgen blieben; 3. Es wurden die Kreditmöglichkeiten der Zentralen Bank in breiteren Maßen nicht in Anspruch genommen; nicht deswegen, daß ihr Kapital zu gering war, sondern viel mehr, weil sie ihre Kreditbedürfnisse anderswo, in Form von Privatkrediten decken konnten. Zur Beantwortung der obengenannten Fragen müsste man noch mehr Quellen aufstöbern und noch intensivere Untersuchungen und viele Ver­gleichsanalysen durchführen. 99

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