Nagy-L István szerk.: Pápai Múzeumi Értesítő 11. (Pápa, 2006)
Az 1809-es hadjárat Magyarországon - LENKEFI FERENC: Francia hadifoglyok Magyarországon 1809-ben
Fortifikations- und öffentlichen Arbeiten, konnten sie nur freiwillig, gegen Taglohn angehalten. Sobald sie privat gegen Lohn, aber unter Aufsicht, Industrie- und Handwerkarbeit leisteten, hörte ihre Ärarversorgung auf. 23 Die Gefangenen hatten die Möglichkeit zu ständiger ärztlichen Versorgung nur in den endgültigen Orten, beziehungsweise in den für dieses Ziel aufgestellten Feldspitälern. Wegen des Mangels des Wartepersonals wurden gefangene Chirurgen und gesunde Gefangene bezogen, ebenso wohl, als zivile Wundärzte und später Zivilisten. Die Mortalität war trotzdem hoch. Die Gefangenenauswechslungen begannen mit dem Abschluss der Kriegsoperationen, nach dem Schönbrunner Frieden (vermutlich nach dem Waffenstillstand in Znaim), aber diese sind wegen der oben genannten Gründe nur seit Ende November 1809 dokumentierbar. Bei den Offizieren kamen in den Kampfhandlungen - auf Parola gegen schriftliches Revers - wenige Entlassungen vor. Die Gefangenen, die zu der Kategorie „non Kombattant" gehörten, wurden am Anfang des Krieges der früheren Praxis angemessen freigelassen, aber das Verfahren wegen Mangel an französischer Gegengefälligkeit hörte auf, weil die Franzosen sie nicht einhielten. 24 Die Harmonisierung des formalen Tauschvorganges erledigten die miteinander in offizieller Verbindung stehenden Auswechslungskommissionen, nach Bedarf mit anderen Übergabeorten. Die Gefangenen aus den ungarischen Gebieten wurden mit der Koordinierung von Feldmarschalleutnant Bianchi, der eine kurze Zeit in Tata stationierte, durch die sogenannte alte Fleischhackerstraße (Ofen, Bicske, Raab, Wien), durch Hainburg, Fischamend und Schwechat um Wien ausgebogen bis Hütteldorf und Sieghartskirchen begleitet. 25 Die Beförderung der Gefangenen aus Böhmen erledigte eine in Budweis aufgestellte Kommission. 26 Die Auswechslungen leitete aus französischer Seite General Mathieu Dumas - er ist nicht identisch mit dem Vater von Alexandre Dumas d. Ä., der 1807 starb - mit der Mitarbeit von Adjutant Romeuf. 27 Sein Partner war Generalmajor Neipperg, der für die Zurückbringung der kaiserlichenküniglichen Gefangenen aus deutschen Gebieten verantwortlich war, mit Standort München sowie mit Annahmestelle Braunau und Lambach. 28 Die Heimlieferungen erlitten wegen eines interessanten logistischen Zwischenfalls Verspätung, da der Hochzeitszug von Marieluise für eine Woche in Mitte März mehr als tausend Pferde benötigte. 29 Die Entlassung der polnischen, beziehungsweise mit zeitgenössischem Wortgebrauch warschaueren, Gefangenen war nahtlos, sie durften zumeist das Heimatland abtreten. Die Heimschaffung der französischen Gefangenen beendete letztlich bis Ende April 1810, ein paar Dutzende unlieferbare Rekonvaleszenten sind Ausnahmen. Die ehemaligen kaiserlichen23 H.K.R. 1809.L. 2864. 24 H.K.R. 1810. G. 6181. 25 H.K.R. 1810. G. 462. und 5514. 26 H.K.R. 1809. G. 5538. 27 H.K.R. 1809. G. 5563. 28 H.K.R. 1810. L. 268. und G. 1566. 29 H.K.R. 1810. G. 2265.