K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
OTTOMÁNYI, KATALIN: Römerzeitlicher Vicus in Budaörs
Eingeborenen nicht ähnlich. Ihre Konstruktion zeigt eine gewisse Regelmäßigkeit, wie z. B. die Ausrichtung zu einer Straße, Straßenecken usw. Sie entstanden immer an strategisch wichtigen Stellen, am Verlauf von Straßen und Wasserwegen, an Straßenkreuzungen usw. In Pannonién ist Budaörs die erste, ausgegrabene zivile Siedlung mit städtischer Anordnung, die nahe bei Aquincum gelegen, am Verlauf der Staße nach Aquincum lag. Gleichzeitig weist die Errichtung eines gemeinen Altares, das mit Straßen umgebene, vielleicht als öffentliches Gebäude benutzte Hauptgebäude und die Heiligtümer, unter ihnen die Altarsteine (Jupiter, Terra Mater, Hercules Augustus), die das Vorhandensein des erstellten Heiligtumes des Hauptgottes Jupiter bestärken, auf eine selbständige Organisation hin. Die spätere dataillierte Untersuchung der einzelnen Objekte, die Zeitordnung und die Aufarbeitung des Fundmaterials werden zum besseren Kennenlernen der einzigartigen Siedlung beitragen. In Budaörs befinden wir uns in solch glücklicher Lage, daß wir durch die während der Ausgrabung zum Vorschein gelangten Altäre, Grabsteine und Grenzsteine namentlich den vicus und auch mehrere Namen von Grundbesitzern kennen, die hier lebten, beginnend von den keltischen Namen bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts. Namentlich kennen wir drei keltische Personen, die schon von den Römern den Brauch der Grabsteinerstellung übernahmen und ihre Namen auf den Grabsteinen, bzw Grabaltären verewigten. Auf einem mit astralischen Symbolen verzierten fragmentierten Grabstein können wir den Namen Veriuga (?) lesen. Vielleicht wurde der Grabstein von ihrem Mann errichtet. Der andere ist ein Grabaltar, den für Nonnus Busai filius errichteten. Beide Steine gelangten in sekundärer Verwendung (in einem spätrömischen Steinkistengrab, bzw. in einer Grubenauffüllung) zum Vorschein. Auf einer Grabstele des Gräberfeldes, die als Grabdeckel eines spätrömischen Steinkistengrabes benutzt wurde, erscheint auch der Name eines Mannes keltischer Abstammung aus der zweiten Generation: T. Sulpicius Justus, Magni filius, lebte 25 Jahre. Aufgrund der Inschriften wissen wir, daß die Mehrheit der Grundbesitzer hier im 3. Jahrhundert lebte. Der Name des reichsten Besitzers vom Beginn des 3. Jahrhunderts blieb auf mehreren Altarsteinen erhalten: Marcus Antonius Victorinus, der duumvir von colonia Aquincum. Er errichtete Terra Mater und Hercules Augustus einen Altar, den einen gemeinsam mit seiner Frau Ulpia Spectata. Marcus Antonius Victorinus errichtete noch als decurio (Ratsmitglied) in Aquincum ein Mithraeum und 4 Altäre 11 . Mit diesem östlichen Kult ist auch der Kult der Terra Mater, der Erdmutter verbunden. Den anderen Altar errichtete er Hercules Augustus, dessen Popularität in der Zeit des Severus durch den in Pannonién amtlichen Kriegsgott Mars in den Hintergrund gedrängt wurde. Wie wir später noch sehen werden lag er in dem auch nach ihm benannten pagus der Siedlung Budaörs. In den 210-er Jahren lebte hier Aurelius Firmanus mit seiner Familie. Er bestattete seinen als Soldat in Lauriacum verstorbenen Vater in dem im Gräberfeld gefundenen Sarkophag. Ein späterer Besitzer aus der Mitte des 3. Jahrhunderts war Aurelius Setanus, der ala prima Veteran von Thracum Jupiter einen Altar errichtete. Der Name