K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli

Schutt bestand aus Mörtel. Der Mosaikboden selbst blieb nur auf dem westlichen Teil erhalten, sonst wurden die Siedlungsschichten durch den Sturzbach völlig zerstört. Auf dem östlichen Teil kamen nur einige Mosaikwürfel als Streufunde zum Vorschein. Die Umrahmung besteht aus schwarzen (3 cm breiten) Würfeln in zwei Reihen, während das Motiv aus 16,7 cm großen Viertelkreisen zusammengestellt wurde (Abb. 17). In den Ecken gibt es Viertelkreise, während ein Halbkreis in der Mitte des Rahmenstreifens zwischen zwei triloba zu finden ist. Durch den Wechsel derselben Elemente entstand auch die Verzierung auf der Längsseite. Die Verzierung der inneren Fläche ist einfach: Oberhalb der triloba befindet sich einer griechische Kreuz, der durch eine schwarze Mosaikwürfelreihe begleitet wird, während ein Salomon-Knoten zwischen den Kreisen zu sehen ist. In der nächsten Reihe befindet sich das griechische Kreuz-Motiv in einem Kreis zwischen zwei Salomon-Knoten. Dieser Typus der Kreissysteme (Abb. 18) ist schon in Pompeji bekannt, wo sie ausschließlich in der Zeit des späten 3. oder 4. Stils entstanden sind. An das Ornament des Mosaiks von San Potito erinnert ein tesselatum­Boden von Cremona. 42 Obwohl das Muster in diesem Fall komplizierter ist, basiert die Verzierung ebenfalls auf der Komposition der Kreise und des Salomon-Knotens. Der Boden von Cremona, der die entwickeltere Variante dieses Typs vertritt, ist in das 3. Viertel des 2. Jahrhunderts ist zu datieren. In Italien ist das System zwar nicht selten, aber doch nicht so häufig wie in Gallien oder Afrika vorgelegt worden. Die Datierung der Mosaiken ist schwer, da nur sehr wenige Münzen und Terra Sigillaten auf dem nördlichen Teil vorkamen. Lampen und Reste früherer Wandmalerei fanden wir in situ nur unter dem Mosaikboden des Raumes mit Jagdszene (Raum X). 43 Deswegen beruht ihre Datierung auf der Periodisation der Villa, bzw. auf den Analogien. Allerdings der Mangel chronologischer Anhaltspunkte für den Beginn der Periode III macht die größte Schwierigkeit. Aufgrund des Fundmaterials kann die erste Villa nach der claudischen Entwässerung des lacus Fucinus anschließenden centuriatio datiert werden. Die in der Umgebung der Villa in großer Zahl gefundenen Inschriften aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. 44 spiegeln die durch diese centuriatio entstandenen neue Bodenbesitzverhältnisse, die uns auf das System der munizipalen Bodenbesitze mittlerer Große schließen lassen. Im mittleren Drittel des 2. Jahrhunderts könnte das Gut in die Hände der kaiserlichen Familie gelangt haben. In diese Zeit können die großen Bauarbeiten datiert werden, infolge deren die Villa von San Potito die größte von Marsica wurde. Die Villa bekam ihren Luxuscharakter ebenfalls zu dieser Zeit. In den umliegenden Gutshöfen kam es zu so großangelegten Umbauarbeiten wahrscheinlich nicht; auch ihre sichtbaren Reste können nur schwer ausgemacht werden. So ist es mit Recht anzunehmen, dass infolge der Bodenbesitzkonzentration entstandene große - wahrscheinlich kaiserliche - Bodenbesitzzentrum von dieser Zeit an das von San Potito gewesen sein könnte. Die Blütezeit der Villa kann in die Zeitspanne ab hadrianischen Zeit bis zum Ende des 2. Jahrhunderts datiert werden, auch die meisten Mosaikböden - so die beiden behandelten geometrischen Mosaiken - wurden zu dieser Zeit vergelegt. In der Periode III wurde auch der vergrößerte Raum II mit geometrischem Mosaik verziert. Es ist

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