K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli
Das geometrische Muster des Mosaiks von San Potito kommt in der römischen Welt sowohl auf den tesselatum- als auch auf den opus sectile-Böden relativ häufig vor. (Dieses Bandkreuzgeflecht-Muster kann in den Q/R/Q- Typ nach F. Guidobaldi eingereiht werden. 25 ) Das sich aus dem ebenmäßigen Modul der Vierecke und Quadrate - d. h. durch die Verdoppelung dieser Elemente - entfaltende Netz blieb in Pompeji meist in Abdrücken erhalten. Dieses Motiv taucht etwa gleichzeitig mit dem Stil IV auf; demnach kann es ca. in das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert werden. 26 Ein solcher opus sectile-Boden kam in der Casa degli Amorini Dorati zum Vorschein. Ein ähnliches Muster taucht in Rom in der Domus Aurea von Nero und in zwei Räumen der Domus Augustana auf dem Palatinus auf, sie sind in die nach-domitianische Zeit zu datieren. 27 Im Falle der opus sectile-Böden sind die Marmorplatten natürlich größer als die geometrischen Elemente der tesselatum-Böden. Bei der Plazierung der Marmorplatten musste man über präzise Entwürfe verfugen, aber das kann man auch über den Mosaikboden von San Potito sagen. Verschiedene Modulen können beobachtet werden, sie haben aber keinen zeitbestimmenden Wert. Obwohl ähnliche Schemata bereits in dem augusteischen Rom auftauchen, kann die Verbreitung dieser Verzierungsart in das 1. Jahrhundert, in die nachneronische Zeit datiert werden. 28 Ein, dem behandelten Muster von San Potito ähnliches Muster ist auch auf den Mosaiken von Ostia zu beobachten, unter Anderen in einem Raum der insula delle Muse (Abb. 13), im antoninischen Peristyl des sog. Palazzo imperiale 29 (Abb. 14) und auf dem schwarz-weißen Mosaikboden der insula delle Volte Dipinte. 30 Die Analogien von Ostia können von 120 bis 150 n. Chr. datiert werden, sie sind also mit der Bauzeit der Periode II von San Potito gleichzeitig (Abb. 15-16). In die hadrianische Zeit, bzw. in die Mitte des 2. Jahrhunderts kann ein in Rimini gefundenes, vergleichbare Mosaik datiert werden. 31 Im Gegensatz zu dem von San Potito läuft das Muster da mit der Wand des Raumes parallel. In Rimini unterstützen auch stratigraphische Beobachtungen die Datierung. Dieses Muster war auch im 3. Jahrhundert beliebt, die severischen Mosaiken des Palazzo dei Laterani und der Boden des tablinum der domus della Fortuna Annonari a von Ostia beweisen das. 32 Der letzterwähnte ist ebenfalls ein opus sectile-Boden. Marmorverkleidung kann besonders in den Räumen der villa Hadriana häufig beobachtet werden. Die Marmorplatten sind grau, grün, giallo antico, Portasanta. 33 Das auf dem Mosaik von San Potito bekannte Muster ist auch auf einem, bei der S.-GaetanoKirche vorgekommenen opus sectile-Boden von Sulmona sichtbar. 34 Im letzteren Fall wurde es diagonal angeordnet. Der Boden des Raumes D von Sulmona wurde im Laufe einer späteren Umbauarbeit gemacht, bei deren Datierung R. Tuteri das 3. Jahrhundert für möglich hielt. In unserem Fall kann nur die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts als Benutzungszeit des Bodens in Betracht gezogen werden, durchaus wurde er in der Mitte des 2. Jahrhunderts ausgelegt. Die Aufzählung der Parallelen können wir mit dem opus sectile-Boden des Raumes C (triclinium) der in Luni freigelegten Domus Orientale fortsetzen. 35 Das Sommer-triclinium gehört da zu der claudisch-neronischen Bauperiode. Das Muster des Bodens, der im Marmorsaal des Odeons der kaiserlichen Villa auf dem Posilippo von Neapel freigelegt wurde 36 , ist ebenfalls ähnlich. Dieses Schema lebte