K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli

der südlichen Seite kam ein Mosaikboden mit schwarz-weißem geometrischem Muster neben der in den Haupttreppe vor (Raum XXXIII). Der Raum XXVII hatte vielleicht ebenfalls einen Mosaikboden. Obzwar wir da keine in situ Bodenreste fanden, kamen viele größere schwarz-weiße Mosaikblöcke in der Zerstörungsschicht der Gebäude zum Vorschein. Am südlichen Ende des westlichen Flügels errichtete man einen größeren Badetrakt mit Mosaikboden. Diese Räume und Becken wurden mit größeren weißen Mosaiksteinchen ausgelegt. In der Mitte sowohl des östlichen als auch des westlichen Flügels ist je ein Raum (V und XIV) ausragender Stellung zu beobachten. Sie sind relativ klein und wurden von der den Hof umgebenden Portikus durch einen kleinen Korridor abgetrennt (Abb. 10). Auch die Qualität ihrer polychromen Mosaiken überragt die der anderen Räume. Im Raum V ist eine der hochwertigsten Mosaiken zu finden, nämlich die mit der Kentaurdarstellung. Auf der anderen Seite, im Raum XIV legten wir einen sorgsam ausgeführten opus tesselatum-Boàen mit polychromem geometrischem Muster frei. Im Nachstehenden möchte ich den Mosaikboden des Raumes XIV, derein geometrisches Muster zeigt, vorstellen (Abb. 11). Dieser Raum ist durch den von ihm nördlich befindlichen Eingang zugänglich, wie auch die anderen Räume dieses Flügels. Während die Eingänge auf dem östlichen Flügel in einer späteren Periode vermauert wurden, konnte eine ähnliche Erscheinung auf der westlichen Seite nicht beobachtet werden. Die aufgehenden Mauer des erwähnten Raumes blieben gegenwärtig 20-30 cm hoch erhalten, auf der nördlichen und westlichen Seite wurden sie praktisch bis den Fußboden ausgebrochen. Auf dem Boden des Raumes, wie in den benachbarten Räumen XI und XII, femer auf dem großen Teil der Villa, stießen wir auf Brandspuren. Eine Münze des Probus aus der Brandschicht und andere Münzen (Claudius Goticus) beweisen, dass die Villa in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts, zur Zeit der ersten barbarischen Einfalle in Italien zerstört werden konnte. Der Zusammenhang zwischen der Zerstörung durch einen Brand und den barbarischen Invasionen kann aber gegenwärtig nur als eine Arbeitshypothese aufgeworfen werden. 12 Über dem Brand - Niveau fanden wir Stein- und Dachziegelnbmchstücke. Die nördliche und südliche Mauer (des Raumes XIV) entlang kamen die Fragmente von Wandmalereien guter Qualität zum Vorschein: sie zierten ganz gewiss diesen Raum. Von den Wandmalereien der Villa blieben fast ausschließlich die der spätesten Periode in situ erhalten, die anderen wurden östlich von der östlichen Abschlussmauer, außerhalb der Villa deponiert. Da kamen sie in einer riesigen Menge vor. Sowohl die Darstellung als auch die Ausführung des Mosaiks unterschiedet sich von allen früher gefundenen opus tesselatum-Böden der Villa. Gemeinsam ist bei mehreren Böden, daß sie mit Ziegelbruchstücken umgerahmt wurden wie es bei den Mosaiken mit Kentaurdarstellung (Raum V), bzw. mit geometrischem Rapport (Raum II) zu beobachten war. Diese Umrahmungsmethode trat also in verschiedenen Perioden auf. In dem 6,69 x 5,84 m großen Raum XIV wurden die Mosaikwürfel nicht diagonal, sondern mit den Mauern parallel ausgelegt. Die verzierte Fläche des Mosaiks beträgt 5,20 x 5,20 m. Durch eine blaugraue Umrahmung wurde der zentrale Feld umgeben (Abb. 12). (Dieser Streifen auf der östlichen Seite 50 cm breit ist, aber auf der südlichen

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