K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TONCINIC, DOMAGOJ: Das Stadtgebiet von Zagreb - eine Villenlandschaft in der Antike?
beigetragen hat 51 ; Reste der römischen Straße und in der Nähe liegender Nekropolen bei Dumovec 52 , Markovo polje 53 ; Burdekovec 54 ; Reste römerzeitlicher Gebäude bei Vugrovec 55 und durch die bereits erwähnten römerzeitlichen Villen in Donja Glavnica - Frtic 56 , Moravce - Rosnica 57 und Moravce - Drascica 58 . Der bedeutendste Fundort entlang dieser Straßenverbindung ist Kuzelin, eine Fluchtburg die während der Antike drei mal befestigt wurde - zur Zeit der Markomannenkriege in der 2. Hälfte des 2. Jh., zur Zeit der Goteneinfälle am Ende des 3. Jh. und am Beginn der Völkerwanderung im letzten Viertel des 4. Jh. 59 Die aufgezählten Fundorte, Fund und Angaben über Funde zeugen unserer Meinung nach von einer Siedlungstätigkeit im Stadgebiet von Zagreb im Laufe der ersten vier nachchristlichen Jahrhunderte. Um was für Siedlungsformen es sich bei den genannten Fundorten handelt, hätten nur archäologische Grabungen zeigen können. Für diese dürfte es allerdings bei den meisten Fundorten bereits zu spät sein. Aufgrund der dürftigen Aussagekraft der aufgezählten Funde können wir in der Fachliteratur verschiedene Interpretationen der genannten Fundorte verfolgen. Sie werden als mögliche Dörfer der autochthonen, vorrömischen Bevölkerung, als villae rusticae oder sogar als kleinere römische Siedlungen bezeichnet. Meistens werden sie einfach als Siedlungsstellen bezeichnet, ohne dass dabei auf die Siedlungsform eingegangen wird. In Zusammenhang damit muß allerdings betont werden, dass uns der vorrömische Horizont im Stadtgebiet von Zagreb leider ebenfals nur sehr wenig bekannt ist. Deswegen sind Rückschlüsse auf ein weiterleben in der Antike nicht möglich. Kleinere Siedlungen erscheinen in Anbetracht der Nähe von Andautonia fragwürdig. Lediglich Stenjevec mit 129 Gräbern am äußersten Rand des Territoriums von Andautonia könnte dafür in Frage kommen. Andererseit haben die Grabungen der letzten Jahrzehnte am östlichen und westlichen Rand des Stadtgebietes von Zagreb mehrere villae rusticae bestätigt. 60 Dies macht es zumindest sehr wahrscheinlich, dass zumindest einige der Fundorte, Fund und Angaben über Funde im landschaftlich sehr änlichem Stadgebiet von Zagreb ebenfals Reste von römerzeitlichen Villen sind. Eine verstärkte Aufsicht der noch freistehenden Flächen innerhalb des Stadtgebietes von Zagreb, Ausgedehntere Grabungen an bekannten Standpunkten römerzeitlicher Villen im Großraum Zagreb (Größe der Bauten und Baukomplexe, ihr Verhältnis zu bekannten Straßen und Nekropolen, Kronologie und Typologie); ein Studium ihres Verhältnisses zur Landschaft in der sie errichtet wurden (Verhältniss zu den Hügelzungen und Bachem der Medvednica und ihr Verhältniss zu späteren Bauten, besonders Kirchenbauten), ein Studium ihres gegenseitigen Verhältnisses (Größe der Ländereien, Entfernung der einzelnen Villen usw.) und ein Vergleich der so gewonnenen Erkentnisse mit den aufgezählten Fundorten, Funden und Angaben über Funde - das alles sind Zukunftsaufgaben die, trotz der dürftigen Aussagekraft der hir aufgezählten Funde, klären könnten ob wir das Stadgebiet von Zagreb als eine Villenlandschaft in der Antike bezeichnen können.