K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

TONCINIC, DOMAGOJ: Das Stadtgebiet von Zagreb - eine Villenlandschaft in der Antike?

DOMAGOJ TONCINIC DAS STADTGEBIET VON ZAGREB ­EINE VILLENLANDSCHAFT IN DER ANTIKE? Zagreb, die Hauptstadt der Republik Kroatien befindet sich im NW des Landes. Sie liegt an den Hängen des Berges Medvednica, bzw. an den Ufern des Flusses Sava. Die Stadt dehnt sich heute zunehmend Richtung Westen, Süden und Osten aus, wobei auch eine sehr intensive Bebauung der noch freistehenden Flächen innerhalb des Stadtgebietes zu beobachten ist. Das Stadtgebiet von Zagreb gehörte einst zur römischen Provinz Pannónia, nach der Zweiteilung der Provinz, zu Pannónia Superior und nach der weiteren Provinzaufteilung zu Savia. Weiters gehörte es zum Teritorium der res publica Andautoniensium) Das Zentrum dieser Gemeinde, das später zum municipium Andautonia erhoben wurde, lag einst in der Savaebene, auf dem Gebiet des Dorfes Scitarjevo, ca. 10 km südöstlich von Zagreb. Es ist an einer Stelle entstanden, an der die Sava überquert werden konnte und an der ein Hafen ausgebaut werden konnte. Weiters lag Andautonia an der Strassenverbindung Poetovio - Siscia und unweit der Straßenverbindung Emona - Siscia. Aufgrund dieser verkehrsgünstigen Lage hat sich Andautonia zur größten und bedeutendsten römischen Siedlung im Großraum Zagreb entwickelt. 2 Es dürfte ein Territorium umfasst haben, das von der Millionenmetropole Zagreb noch bei weitem nicht erreicht worden ist. 3 Da allerdings das Stadtgebiet von Zagreb innerhalb dieses Territoriums liegt, ist für unser Thema von Bedeutung, wie das Umfeld von Andautonia einst ausgesehen hat. Aus diesem Gebiet sind uns zahlreiche archäologische Spuren und Funde bekannt. Eine Analyse römischer Nekropolen in Nord Kroatien zeigt, dass sich zahlreiche dieser Nekropolen auf dem Territorium von Andautonia bzw. im Großraum Zagreb befinden. 4 Die Aufzeichnung römischer Fundorte im Großraum Zagreb weist ebenfalls eine große Dichte auf. 5 Leider zeigt sich hier wieder das Problem das aus einer bloßen Kartierung von Fundorten hervorgeht. Wir haben es im Stadtgebiet von Zagreb mit vielen Fundorten zu tun, aber leider mit verhältnismäßig wenigen Aussagen. Das ist auf die Tatsache zurück^führen, dass es relativ wenige Grabungen gegeben hat. Bei vielen Funden handelt es sich um Zufalls­und Einzelfunde. Weiters sind auch Fundorte verzeichnet, die aufgrund von Angeben eingetragen sind die heute nicht mehr überprüfbar sind. Aufgrund von Grabungen der letzten Jahre sind uns mehrere villae rusticae bekannt: Donja Glavnica - Frtic 6 , Moravce - Rosnica 7 und Moravce - Drascica 8 , Drenje 9 usw. Sie liegen am Rand, bzw. außerhalb des Stadtgebietes von Zagreb das Gegenstand unseres Interesses ist. Obwohl im Stadtgebiet von Zagreb wenige Grabungen an römischen Fundorten zu verzeichnen sind kennen wir zahlreiche Funde die von einer wirtschaftlichen und einer Siedlungstätigkeit zeugen. In Anbetracht der bereits erwähnten fortschreitenden Ausbauung scheint es uns besonders wichtig nochmals auf einige Fundorte hinzuweisen an denen von einer Siedlungstätigkeit

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