K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TOMANIC-JEVREMOV, MARJANA: Das Handwerksstadtviertel des römischen Poetovio
5. Teil des Models für terra sigillata, mit reliefartiger Verzierung im Negativ und mit dem Bohrloch auf dem Boden. Erhaltene Höhe: 7 cm; Bodendurchmesser: 10,1 cm. Inv. Nr. R 46.272. Zentralteil des Handwerksstadtviertels. Abb. 8 1. Distanzhalter, mit drei Schenkeln an den Enden. Höhe: bis 5,2 cm; Länge mit Schenkeln: bis 6,5 cm. Inv. Nr. R 44.751. Zentralteil des Handwerksstadtviertels. 2. Distanzhalter in Form einer Klammer. Höhe: bis 5.25 cm; Länge: 13,5 cm; Dicke: 2,2 x 2 cm. Inv. Nr. R 49.084. Zentralteil des Handwerksstadtviertels. Vor dem Töpferofen. 3. Distanzhalter in Form eines Keils. Höhe: 9,5 cm; Schenkellänge: 4,75 cm; Durchmesser 1 x 1,4 cm. Inv. Nr. R 43.268. Zentralteil des Handwerksstadtviertels. 4. Fragment eines Schmelztiegels zur Glasherstellung, mit der Glasschicht an der inneren Oberfläche und am Außenrand. Erhaltene Höhe: 5,4 cm. Inv. Nr. R 65.390. Zentralteil des Handwerksstadtviertels. Zusammenfassung Auf dem Stadtgebiet wurden mehrere verschiedene Handwerkswerkstätten entdeckt: vier Glaser-, drei Metallbearbeitungs-, sechs Steinmetz-, zwei Knochenbearbeitungs-, elf Töpfer- und drei Ziegelherstellungswerkstätten. (Abb. 1). Sie waren konzentriert im Westen im Wohnviertel und im Viertel Vicus Fortunáé, auf dem Gebiet der heutigen Orte Spodnja Hajdina und Zgomji Breg, im Osten im Handwerksstadtviertel. Das Handwerksstadtviertel erstreckte sich auf den Grundflächen westlich vom Grajena-Bach und östlich von Ljudski vit. In den Jahren von 1974 bis 1981 wurde weitgehend der Zentralteil des Stadtviertels erforscht. Dieser erstreckte sich an der römischen Staatsstrasse Aquileia-Savaria. Nördlich der Strasse entdeckte man wahrscheinlich das Zentralgebäude mit Wohnund Wirtschaftsräumen, beheizten Trockenräumen, sowie mit unüberdachten oder mit Schuppen überdachten Innenhöfen. Die Wohnräume waren mit Bodenmosaiken, mit dem Boden aus Estrich oder mit Pflasterziegeln, mit dekorativ bemalten Wänden und mit Stuck ausgestattet, sowie mit Hypokausten beheizt. Die südlich der Strasse entdeckten Bauelemente weisen auf eine ähnliche Situation hin. In geschäftlichen Teilen der Gebäude, bedachten Innenhöfen und im Freien wurden verschiedene Handwerkstätigkeiten ausgeübt, die durch gefundene unfertige Erzeugnisse, Rohmaterialien, Arbeitsgeräte und andere Ausrüstung bezeugt sind. Im Stadtviertel, das in der Nähe hochwertiger Tonerdelagerstätten erbaut worden war, entdeckte man folgende Werkstätten: eine Metallbearbeitungswerkstatt, zwei Glaser- und drei Stienmetzwerkstätten, zwei Kalkbrenn-, 75 Töpfer- und 20 Ziegelbrennöfen, die in zehn Töpfer- und drei Ziegelherstellungswerkstätten integriert waren. In einigen Werkstätten befanden sich auch Trockenund Arbeitsräume, Brunnen, Wasserspeicher, Räume mit aufbereitetem Ton, Abfallgruben mit fehlerhaften Erzeugnissen, Halberzeugnisse, Model, Arbeitsgeräte und Fertigwaren.